MOSKAU/BREMEN - MOSKAU/BREMEN/DPA - Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) erwartet noch für dieses Jahr eine Rückkehr der so genannten Baldin- Sammlung mit Grafiken und Zeichnungen der Kunsthalle Bremen nach Deutschland. Bei der Eröffnung der deutsch-russischen Merowinger-Ausstellung in Moskau unterstrich Neumann am Montag den deutschen Rechtsanspruch auf die im Zweiten Weltkrieg nach Russland gebrachte Beutekunst.

Zugleich sei es wichtig, die historisch bedeutsamen Kulturgüter überhaupt wieder der Öffentlichkeit zu zeigen.

Nach einem Treffen mit dem russischen Kulturminister Alexander Sokolow sprach Neumann von Fortschritten bei den Rückgabeverhandlungen über Kunstwerke, die nicht unter das restriktive russische Beutekunst-Gesetz fallen.

Im Fall der Bremer Grafik-Sammlung sah Neumann „eine große Chance, noch in diesem Jahr zu einem positiven Ergebnis zu kommen“. Ein „großer Teil“ der mehr als 350 Kunstwerke werde nach Bremen zurückkehren. Die Grafiken unterliegen nicht dem Beutekunst-Gesetz, weil sie 1945 nicht von der sowjetischen Besatzungsmacht, sondern privat von dem Offizier Viktor Baldin nach Russland gebracht wurden.

Für die Gemeinschaftsausstellung über das frühmittelalterliche Europa zur Zeit der Merowinger öffneten das Puschkin-Kunstmuseum und das Historische Museum in Moskau sowie die Eremitage in St. Petersburg ihre Geheimdepots mit den 1945 verschleppten Schätzen aus dem Berliner Museum für Vor- und Frühgeschichte. Das Berliner Museum steuerte als Leihgaben eigene Exponate bei. Die Eigentumsfrage bei den meisten der 1300 Exponate ist nach wie vor umstritten ist.

Infos: www.museum.ru/gmii