Altenoythe - 305 Seiten, 300 Exemplare, fast genau zwei Jahre Arbeit. Nicht ohne Stolz blicken Rita Timmermann, Claudia Tholen, Richard Hardenberg, Bernd Henken, Tanja Bührmann, Helga Wieborg und Marianne von Garrel auf die druckfrische Chronik „200 Jahre Pirgo“. „Die kann sich sehen lassen“, sind sich die sieben Mitglieder des Chronikausschusses einig. Recht haben sie. Mit Marianne von Garrel wurde der Ausschuss um eine „Externe“ erweitert – sie wurde aber auf dem Pirgo geboren. Und sie brachte Erfahrung mit der Erstellung einer Chronik mit.

Auf braunem Untergrund steht in weißer Schrift auf dem Hardcover der Titel, in der Mittel ein Foto vom Pirgo-Stein. Zwischen den Buchdeckeln finden sich sieben Teile neben den Grußworten von Pfarrer Leo Simon, vom Bürgermeister Johann Wimberg und der Ortsvorsteherin Marianne von Garrel: ein historischer Rückblick, 200 Jahre Pirgo mit Zeittafel, Chroniken aller 31 Familien auf dem Pirgo, Besonderheiten wie Schützenfest, Treffpunkt Schafstall, Pirgotreff, die kleine Kneipe oder das Buswartehäuschen, Gewerbegebiet Pirgo sowie Döntjes und Gedichte.

Die Idee dazu, eine Chronik zu erstellen, war im Oktober 2012 bei einem gemütlichen Beisammensein am Pirgo-Treff entstanden. Zunächst hatten sich danach Tanja Bührmann und Richard Hardenberg getroffen, um die Idee weiter zu verfolgen und die Überlegungen dann den Bewohnern vorzustellen. Zunächst traf man sich alle zwei Monate, zum Ende hin dann alle zwei Wochen.

Einiges aus der Chronik zum 200-jährigen Bestehen werden die Bewohner des Pirgo bereits wissen, vieles aber nicht. So manche Überraschung wird es über die Familienstammbäume zu entdecken geben, glaubt Claudia Tholen, die den Großteil der Texte verfasst hat. Je älter die Familien, desto schwieriger die Recherche, berichtet sie. So manche Stunde haben Claudia Tholen und Tanja Bührmann dafür im Archiv des Offizialats in Vechta, im Kataster- und im Grundbuchamt verbracht. „Sehr interessant“ sei die Arbeit gewesen, findet Tanja Bührmann. Das Haus jeder Familie ist zudem extra fotografiert worden.

Recherchiert worden ist auch im Staatsarchiv, etwa um Genaueres über die Markenteilung herauszubekommen. Informiert wird auch über einstiges Brauchtum um Tod und Begräbnis, über Brautwerbung früher oder die Cholera, die 1866 in Altenoythe/ Pirgo ausgebrochen war.

Bedanken möchte sich der Chronikausschuss vor allem bei den zahlreichen Sponsoren, ohne die das Werk nicht für den Preis von 15 Euro zu verkaufen wäre. „Wir haben schon viele Vorbestellungen“, freut sich Tanja Bührmann. Auf dem Altenoyther Bauernmarkt am 19. Oktober soll das Werk angeboten werden. Wer ein Exemplar kaufen möchte, kann sich auch bei Tanja Bührmann unter t   04491/91053 melden.

Zum 200-jährigen Bestehen soll es auch ein Fest geben: aber im nächsten Jahr. Für den Chronikausschuss ist die Arbeit aber getan.

Reiner Kramer
Reiner Kramer Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)