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NWZonline.de Nachrichten Kultur

„aus Dem Nichts“ Von Fatih Akin: Drama über NSU soll Oscar nach Deutschland holen

25.08.2017

München Die neue Oscar-Hoffnung für Deutschland kommt von Erfolgsregisseur Fatih Akin und heißt „Aus dem Nichts“. Das NSU-Drama soll bei der Oscar-Verleihung im kommenden Jahr den begehrten Preis nach Deutschland holen, wie die Auslandsvertretung des Deutschen Films, German Films, am Donnerstag in München mitteilte. „Ich habe morgen Geburtstag, und das ist doch ein schönes Geburtstagsgeschenk vorweg“, sagte Akin direkt nach der Bekanntgabe.

In seinem Film geht es um den Anschlag zweier Neonazis, bei dem ein kurdischer Vater und dessen Sohn sterben. Zurück bleibt die Ehefrau und Mutter, die von Diane Kruger gespielt wird. Der Film soll am 23. November in die deutschen Kinos kommen. Im Februar 2018 ist der Kinostart in den USA geplant.

Eine Fachjury hatte den Film unter insgesamt elf Bewerbern ausgewählt, darunter auch die Flüchtlingskomödie „Willkommen bei den Hartmanns“ von Regisseur Simon Verhoeven und „Jugend ohne Gott“ von Alain Gsponer. Akin erzähle von Recht und Gerechtigkeit, Rache und Schmerz - wendungsreich, schonungslos und von mitreißender Erzählkraft, erklärte die Jury: „Der Film macht das Politische menschlich und entfaltet eine große Sogwirkung, aus der es für das Publikum von der ersten bis zur letzten Minute kein Entrinnen gibt.“

Der deutsche Kandidat ist nicht schon automatisch für den Oscar nominiert. Über die fünf Nominierungen in der Kategorie Bester nicht-englischsprachiger Film entscheidet die Academy in Hollywood. Im vergangenen Jahr hatten sich 85 Länder beworben.

Eine Shortlist mit neun ausgewählten Filmen wird kurz vor Weihnachten veröffentlicht, die fünf Nominierungen sollen am 23. Januar 2018 bekanntgegeben werden. „Ich vertraue dem Film, ich glaube, der Film ist sehr wuchtig“, sagte Akin über seine Chancen. Mit Blick auf die 90. Oscar-Verleihung am 4. März 2018 sagte er: „Ich nehm“ mir nichts vor.“

Im vergangenen Jahr ergatterte Deutschlands Oscar-Hoffnung „Toni Erdmann“ von Maren Ade eine Nominierung, ging bei der Verleihung aber leer aus. Den Auslands-Oscar holte zuletzt „Das Leben der Anderen“ von Florian Henckel von Donnersmarck im Jahr 2007 nach Deutschland. Zuvor hatten auch Volker Schlöndorffs „Blechtrommel“ (1979), István Szabós „Mephisto“ (1981) und Caroline Links „Nirgendwo in Afrika“ (2003) die Trophäe gewonnen.

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