MüNCHEN - Adorf gibt sich stets bescheiden. Er lebt nach Jahren in Italien und Frankreich wieder in München.

Von Cordula Dieckmann

MÜNCHEN - Als ausgebuffter Gauner und gnadenloser Mafioso hat er Karriere gemacht: Für Italo-Western und Krimis, aber auch unterhaltsame Komödien und ernste Autorenfilme stand Mario Adorf bislang in fast 200 Filmen vor der Kamera. Dabei kann er in seinen Charakteren ebenso grausam wie rührend, ebenso ernst wie komisch sein – und sehr oft ein kleines bisschen melancholisch.

Das deutsche Publikum liebt den Halbitaliener mit dem süffisanten Lächeln, der sich auch international einen Namen erspielte. An seinem heutigen 75. Geburtstag kehrt Adorf dorthin zurück, wo er vor 50 Jahren begann: auf die Bühne.

Seine Filmkarriere ging steil nach oben: Der mehrsprachige Schauspieler drehte sehr bald mit berühmten Regisseuren. Dabei traf er auf internationale Filmstars wie Gina Lollobrigida und Charlton Heston. Im Fernsehen glänzte er in Produktionen wie der Münchner Schickeria-Serie „Kir Royal“ von Helmut Dietl, der ihn auch für die Gesellschaftssatire „Rossini“ vor die Kamera holte. Doch trotz seiner Erfolge und Auszeichnungen gibt sich Adorf, der auch singt und Bücher schreibt („Der Mäusetöter“) bescheiden.

Er weiß um die Schnelllebigkeit des Ruhms. So hat er seine Filmrollen auch nicht gezählt. „Die meisten sind der völligen Vergessenheit anheim gefallen“, vermutet er. „Wenn von den Filmen noch ein Dutzend übrig bleiben, wäre ich sehr zufrieden.“

Nach dem Abitur im rheinland-pfälzischen Mayen, wo ihn seine Mutter allein großgezogen hatte, studierte er zunächst Psychologie und Theaterwissenschaften. Außerdem liebäugelte er mit der bildenden Kunst. Maler oder Bildhauer wäre er gerne geworden.

„Ich galt als begabt“, erzählt er. Doch in der entbehrungsreichen Zeit des Zweiten Weltkrieges und danach fehlten die Mittel. Nachdem er an seinem Studienort Zürich an einer Studentenbühne Theaterluft geschnuppert hatte, war sein Weg klar: Er wollte Schauspieler werden, ergatterte einen begehrten Platz an der Otto-Falckenberg-Schule.

Zuerst bekam er ein festes Engagement bei den Münchner Kammerspielen, dann entdeckte ihn auch der Film. Mit seiner Rolle in „Nachts, wenn der Teufel kam“ erspielte er sich 1957 den Bundesfilmpreis.

50 Jahre nach seinen ersten Bühnenauftritten will er nun zumindest von der Theaterbühne abtreten. Die entsprechende Theater-Tournee startet in München – der Stadt, in der er nach Jahren in Italien und Frankreich wieder mit seiner Frau wohnt.