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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Noch mal gut abtauchen

05.07.2018

München /Oldenburg Ganz unbeabsichtigt hatten der Regisseur der neuen „Das Boot“-Serie, der Österreicher Andreas Prochaska, und die Leser dieser Zeitung im Herbst 2016 etwas gemeinsam. Während diese exakt 75 Jahre nach der 7. Feindfahrt von U 96 die privaten Tagebücher des „Leitenden Ingenieurs“, des „Herzens“-Oldenburgers Friedrich Grade exklusiv veröffentlichte, erhielt Andreas Prochaska einen Anruf aus München. Von der Bavaria wurde er gefragt, ob er sich die Regie einer neuen „Das Boot“-Produktion vorstellen könne. Er konnte. In München wurden nun erste Ausschnitte gezeigt und Inhalte vorgestellt.

Jetzt heißt es U 612

Der Anfang des neuen Achtteilers wirkt dabei wie eine Brücke zwischen dem Klassiker „Das Boot“ von 1981 und der neuen Serie. „In den allerersten Filmminuten wird man in den Bann von ,Das Boot’ gezogen“, sagt Bavaria-Chefproduzent Moritz Polter, danach aber hätte das neue „Boot“ rein nichts mit dem alten zu tun.

Das fängt mit dem Boot als solchen an. Nicht mehr U 96, sondern U 612 heißt es jetzt. Und sein Auftrag ist jetzt nicht Tonnageversenkung, Atlantik und Mittelmeer, sondern ein Geheimauftrag, die Übernahme eines gefangenen Engländers auf hoher See. Ein zweiter Handlungsstrang spielt an Land. Eine Deutsche aus dem Elsass, gespielt von Vicky Kriebs, verpflichtet sich zunächst freiwillig zum NS-Dienst, beginnt zu zweifeln und kooperiert mit der Résistance.

Tatsächlich stammt Vicky Kriebs aus Luxemburg, ihre Großmutter war Deutsche, ihr Großvater wurde im Konzen­trationslager Natzweiler inhaftiert. „Über den Großvater wusste ich viel“, sagte Vicky Kriebs in München, „über die Großmutter als Deutsche aber nichts. Über sie habe ich ganz viel recherchiert, um meine Rolle in der Zeit besser verstehbar und erlebbar zu machen.“

Auch der neue „Alte“, Schauspieler Rick Okon, las sehr viel historische Literatur, um seine Rolle des „Kaleun“ glaubhaft spielen zu können. Im wahren Leben nämlich war der Dortmunder „Tatort“-Ermittler Wehrdienstverweigerer und wurde eigens von Jürgen Weber, einem ehemaligen U-Boot-Kommandanten, gecoacht.

Regisseur Prochaska und sein Filmteam drehten an 105 Tagen an vier Orten: in La Rochelle, in Prag, in München und auf Malta. Eine wichtige Grundlage sei der Roman „Das Boot“ Lothar-Günther Buchheims gewesen, der achtteilige Handlungsstrang berührt auch dessen zweiten Roman „Die Festung“. Wie im Buch heißt eine französische Resistance-Angehörige „Simone“.

Die Wahrheit des Krieges

„Wir spielen in der Welt von Buchheim“, sagt Prochaska. Man habe hier sehr intensiv mit der Buchheim-Stiftung zusammengearbeitet und darauf geachtet, keinen Heroismus, sondern die Wahrheit des Krieges abzubilden: „Als unsere U-Boot-Attrappe in La Rochelle aus dem Bunker fuhr, bekam ich schon eine Gänsehaut“, sagt Andreas Prochaska. „Und dann habe ich mir vorzustellen versucht, wie es als junger Mensch gewesen ist, freiwillig auf ein solches Boot zu gehen und mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr zurückzukommen.“ Schon jetzt habe die Staffel „das größte Medieninteresse hervorgerufen, das ich bislang erlebt habe“, sagt Prochaska. Alle betonen, dass das neue „Boot“ eine eigenständige Produktion sei. Bewusst wurden davon in München nur wenige Bilder gezeigt, die Spannung soll erhalten bleiben. Nimmt man den Applaus des Publikums als Maßstab, könnte das neue „Boot“ faszinieren.


Sehen Sie ein Video unter   www.nwzonline.de/videos 
Lesen Sie die Serie zum „Boot“ unter:   www.nwzonline.de/u96 

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Resistance | Filmfest

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