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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Mirjam Pressler ist tot

17.01.2019

München Die Schriftstellerin und Übersetzerin Mirjam Pressler ist tot. Nach langer, schwerer Krankheit sei sie am Mittwoch im Alter von 78 Jahren in Landshut gestorben, teilte die Verlagsgruppe Beltz in Weinheim mit. Für ihren Debütroman „Bitterschokolade“ über die Außenseiterin Eva, die ihren Kummer in sich hineinfrisst, hatte sie 1980 den Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis erhalten.

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Insgesamt schrieb Mirjam Pressler mehr als 30 Kinder- und Jugendbücher wie „Novemberkatzen“ oder „Nathan und seine Kinder“. Sie übersetzte zudem mehr als 300 Werke, darunter Romane von Zeruya Shalev oder Amos Oz. Auch die Tagebücher von Anne Frank hat sie aus dem Niederländischen ins Deutsche übertragen.

Ihre eigenen Geschichten handeln oft von unglücklicher Kindheit und Jugend, aber auch der Holocaust und jüdisches Leben in Deutschland waren für sie wichtige Themen.

Pressler wurde am 18. Juni 1940 in Darmstadt geboren. Nach einer Kindheit in einer Pflegefamilie und im Heim studierte sie Malerei und Sprachen in Frankfurt am Main und in München. Einige Zeit verbrachte sie in einem Kibbuz in Israel. In München war sie Taxifahrerin und Verkäuferin, bevor sie 1980 mit ihrem Romandebüt „Bitterschokolade“ über ein Mädchen mit Bulimie einen großen Erfolg landete.

Für ihr Schaffen erhielt Pressler zahlreiche Auszeichnungen. Noch kurz vor Weihnachten hatte sie in ihrer Heimatstadt Landshut das Große Bundesverdienstkreuz bekommen, als Anerkennung für ihren herausragenden Einsatz für die Völkerverständigung insbesondere zwischen Israel und Deutschland sowie die Erinnerung an das nationalsozialistische Unrecht.

Ihr letzter Roman erscheint im März. „Dunkles Gold“ schlage einen Bogen von den Pestpogromen im Mittelalter zu aktuellen antisemitischen Entwicklungen in Deutschland, berichtete ihr Verlag.

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