Wildeshausen - Eines ist beim „Feeder“ gewiss: Es wird Tote geben. Daran lässt Regisseur Sven Morscheck (40) schon beim Intro seines neuen Films keinen Zweifel. Schüsse fallen, blutrote Löcher reißen in die Leinwand. Was dann folgt, ist eine halbe Stunde Popcorn-Kino mit vielen bekannten Darstellern vor fast ausverkauften Reihen im Lili-Servicekino. Neben Sven Morscheck waren auch Peter Behrens, Melanie Lach, Christian Kloskowski, Addi Stock, Martin Stürzebecher, Tom Steinbrecher und Stefan Ahlers zur Premiere gekommen und stellten sich anschließend den Fragen des Publikums. Volker Brandt, Kerstin Draeger, Marc und Carsten Fehse waren am Sonnabend verhindert.
Leichen im Minutentakt
Das Drehbuch zum Film – eine Hommage an Edgar Wallace – und daher bewusst in Schwarz-Weiß gehalten, ist straff. Die Geschichte ist schnell erzählt: Der maskierte Feeder ist Scotland Yard entkommen, meuchelt wieder, und das FBI um die Agenten Del Canto (Christian Kloskowski) und David Debrochet (Tom Steinbrecher) ist in Alarmbereitschaft. Auch der zwielichtige Privatdetektiv Joe Jenkins (Martin Stürzebecher) mischt mit.
Und es dauert nicht lange bis zur ersten Leiche. Peng – Peter Behrens ist tot, noch ein paar Schüsse und Geschäftsmann Vladimir Videofsky (Addi Stock) segnet das Zeitliche. Und da Erschießen auf Dauer langweilig ist, wird auch mal zum Gift gegriffen. Die Kamera huscht flott von Szene zu Szene – vom schicken Garten geht es hurtig in einen düsteren Keller. Die Musik ist stimmig und unterstreicht die Handlung. Die Kulisse, Kostüme und Maske (Fania Million) sind authentisch, die Schauspieler glaubwürdig.
Irrungen und Wirrungen
Nach und nach wird das Geheimnis über dubiose Geschäftsmänner aus Russland und einen Agenten mit Doppelmoral gelüftet. Doch kaum scheint die Lösung des Puzzles gefunden, folgt die nächste Wendung. Ein Spielchen, das Morscheck bis zum Ende durchzieht – und das nach einer Fortsetzung schreit.
Ob es die allerdings gibt, wollte der Regisseur bei der anschließenden Diskussionsrunde noch nicht verraten. „Ich schreibe zurzeit schon, aber das sind Weihnachtskarten“, sagte Morscheck zu einem Zuschauer, der gefragt hatte, ob er schon am Drehbuch für Teil zwei arbeite. Auch sonst hielt sich die Crew bedeckt. „Wie viel der Film gekostet hat“, wollte ein anderer Zuschauer wissen. „Das ist ein Betriebsgeheimnis“, sagte Morscheck. Peter Behrens ließ sich aber nicht lumpen und huschte kurzerhand durch die Sitzreihen, um „ein paar Groschen“ für eine mögliche Fortsetzung zu sammeln.
Das Fazit des Abends: „Eine gelungene Premiere“, erklärte Morscheck.
