NWZ
, nachdem entsprechende Gerüchte aufgekommen waren. Eine offizielle Mitteilung durch die Stadt Oldenburg soll in den nächsten Tagen erfolgen. Himmelsbach verlässt Oldenburg bereits Ende 2011 und übernimmt zum 1. März 2012 das Haus für elektronische Künste in Basel, das von einer Stiftung getragen wird. Die Monate dazwischen will sie als persönliche Auszeit nutzen.Sie geht mit Wehmut
Sie sei jetzt sechs Jahre in Oldenburg und suche eine neue Herausforderung, betont Himmelsbach. Sie habe sich schon länger umgeguckt. Das Haus in Basel sei eine Neugründung, dort könne sie eine größere Sammlung aufbauen.
Sie hat eine tolle Entwicklung genommen, sie hat zum Beispiel erst kürzlich eine Schau mit Medienkunst in Tallinn kuratiert, sagt Friedrich Scheele, Direktor der Museen, Sammlungen und Kunsthäuser Oldenburgs. Er zeigt Verständnis. Sie geht mit Wehmut, weiß Scheele, sie hat gern hier gearbeitet. Wir haben sogar schon für die nächsten zwei Jahre das Programm für das Ruß-Haus festgelegt. Basel ist für sie die nächste Qualitätsstufe.
Scheele hätte sie gern in Oldenburg gehalten unabhängig von den Schwierigkeiten, die es für sie gegeben hat. Himmelsbach leitet das Ruß-Haus seit 2005, es hat zwischendurch Probleme mit ihrem Vertrag gegeben, der bis heute nicht unbefristet, sondern befristet ist. Scheele weist zurück, das dies der Grund der Kündigung sei: Wir wollten demnächst den bis 2013 laufenden Vertrag in einen unbefristeten Vertrag umwandeln. Es ist also reine Gerüchteküche, dass Spannungen zwischen Oldenburgs Verwaltung und der Leitung des Ruß-Hauses zur Kündigung geführt haben sollen.
Sabine Himmelsbach betont, dass sie viel früher auf positive Signale aus Oldenburgs Verwaltung gehofft habe. Allerdings wäre sie wahrscheinlich ohnehin in zwei, drei Jahren gegangen, um ihre Karriere fortzusetzen. In Basel hat man ihr einen unbefristeten Vertrag angeboten, sie hat aber ausdrücklich einen Acht-Jahres-Vertrag ausgehandelt.
Das Edith-Ruß-Haus für Medienkunst geht auf eine Stiftung der Oldenburger Studienrätin Edith Ruß (1919 1993) zurück. Gegründet wurde es im Januar 2000. Heute hat das Haus einen Ausstellungsbereich (ca. 300 Quadratmeter auf zwei Etagen) und ein Gästehaus mit Appartements. Die Stiftung Niedersachsen fördert das Stipendienprogramm kontinuierlich seit 2001, das Programm ist zu einem Aushängeschild geworden. Für 2011 wurden drei sechsmonatige, mit jeweils 10 000 Euro dotierte Arbeitsstipendien vergeben.
Spannungen im ZKM?
Sabine Himmelsbach wurde 1966 in Passau geboren. Sie studierte in München Kunstgeschichte und Volkskunde. Nach ihrer Mitarbeit bei Galerien war sie von 1996 bis 1999 beim Steirischen Herbst in Graz tätig. Von 1999 bis 2005 arbeitete sie im Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe. Gerüchte, die Haltung von Oldenburgs Oberbürgermeister Gerd Schwandner, der 2007 ihren Zeitvertrag nicht in einen unbefristeten Vertrag umwandeln wollte, könnten auf Animositäten aus der gemeinsamen Zeit beim ZKM zurückgehen (Schwandner war dort bis Februar 2000 Geschäftsführer) wehrte Himmelsbach stets ab.
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