Bohlenbergerfeld - Schon bei mehreren Gelegenheiten hat sich die NWZ für all die spannenden und merkwürdigen Dinge interessiert, die im Archiv des Schulmuseums schlummern. Es war ein solcher Besuch der Nordwest-Zeitung, der die Geschäftsführerin des Schulmuseums, Heike Ahlborn, auf die Idee gebracht hat, die kuriosen und wertvollen Dinge, die das Archiv verbirgt, der Öffentlichkeit zu präsentieren. Diese Idee setzt Heike Ahlborn jetzt mit einer Sonderschau in die Tat um. Ab 1. April können die Besucher im Schulmuseum Dinge sehen, die sonst hinter verschlossenen Türen schlummern.
Kuriositäten aus dem Physik-Unterricht – darunter das Modell einer Dampfmaschine, Anschauungsmaterial aus dem Biologieunterricht – unter anderem ein großes Euter aus Plastik und eine Kartoffel zum Auseinandernehmen, und vieles mehr wird zu sehen sein.
Ein Hingucker sind die großen Wandkarten, die älter als 150 Jahre sein dürften. Sie zeigen die beiden Halbkugeln der Erde – allerdings sind Australien und Neuseeland auf unterschiedlichen Halbkugeln und damit auf zwei verschiedenen Karten. Der Grund: Der sogenannte Null-Meridian, der festlegt, dass Australien und Neuseeland auf derselben Halbkugel sind, wurde erst 1884 in Washington bestimmt. Die Karten aber sind älter. Anstatt der Bundesrepublik Deutschland ist noch das Deutsche Reich zu sehen.
Damit die Karten auch noch weitere hundert Jahre halten, sollen sie für die Ausstellung hinter Plexiglas gesichert werden. Es sei wichtig, dass niemand die Karten anfasst, weil das Fett, das sich an Fingern befindet, das Papier angreift. Auch Berührungen und Licht sind für so alte Papiere gefährlich. Das ist auch der Grund, warum das große Archiv selbst bei der Ausstellung für die Besucher verschlossen bleibt und nur einzelne Stücke in der Sonderausstellung gezeigt werden. „Es gibt so viel mehr, was ich gerne noch zeigen würde, aber wir mussten eine Auswahl treffen“, sagt die Geschäftsführerin Heike Ahlborn. Sie ist zusammen mit der Museumsassistentin Elke Schneider jetzt jeden Tag damit beschäftigt, die Sonderausstellung vorzubereiten – es gibt noch viel zu tu.
