Oldenburg - Es ist eine bewegende Geschichte über eine Ausnahmepianistin, die nun im Casablanca-Kino gezeigt wird: Edith Kraus wurde 1913 als Kind tschechisch-jüdischer Eltern in Wien geboren. Sie galt schon mit elf Jahren als musikalisches Wunderkind und studierte in den 1920er-Jahren als Meisterschülerin bei Artur Schnabel in Berlin Klavier. 1942 wurde sie zusammen mit ihrem Mann und ihrer Familie in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Sie überlebte, wanderte nach Israel aus, ihre Karriere als Pianistin schien vergessen. Doch ihre Bewunderer entdeckten Edith Kraus neu. Sie gilt als Spezialistin für die Werke Viktor Ullmanns, Pavel Haas’ und die tschechische Klaviermusik.

Der Nordbremer Dokumentarfilmemacher Wilhelm Rösing und die Psychotherapeutin Marita Barthel-Rösing haben Edith Kraus ein filmisches Denkmal gesetzt mit der Dokumentation „Enjoy the Music – Die Pianistin Edith Kraus: Vom Wunderkind durch Theresienstadt nach Israel“. Fünf Jahre lang haben sie die jüdische Pianistin in Israel besucht und lange Gespräche geführt. Daraus ist laut der Film- und Medienbewertungsstelle (FBW) in Wiesbaden ein kluger, liebevoller und spannender Dokumentarfilm über eine große Künstlerin entstanden, die im September 2013 im Alter von 100 Jahren verstarb. Die FBW empfiehlt den Film als „besonders wertvoll“.

Tiefgründig und vielschichtig erzählt Edith Kraus in der rund 100 Minuten langen Dokumentation von ihrem bewegten Leben und ihrer Liebe zur Musik, die sie in der dunkelsten Zeit ihres Lebens gerettet hat. Auch Weggefährten, Augenzeugen und Bewunderer äußern sich.

„Enjoy the Music“ wird an diesem Sonntag, 25. Januar, um 11.15 Uhr im Casablanca-Kino gezeigt. Im Anschluss gibt es ein Gespräch mit den Regisseuren Wilhelm Rösing und Marita Barthel-Rösing.