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Musik, die alle glücklich macht, gibt es nicht

Irena Güttel

FRAGE:

Herr Kreutz, wie kommt es, dass manche Lieder glücklich und andere melancholisch stimmen?

KREUTZ

: Die Ursache liegt nicht in den Stücken selber, sondern in dem Kontext, in dem Musik erlebt wird. Menschen assoziieren Musik mit Situationen, in denen sie diese gehört haben. Das beeinflusst dann auch die Musikauswahl. Auf Reisen oder Zuhause können das ganz andere Lieder sein.

FRAGE:

Es gibt also kein Rezept für Gute-Laune-Lieder?

KREUTZ

: Das würde sich die Industrie wünschen. Die Musik, die alle glücklich macht, gibt es nicht. Ihre Wirkung geht generell von dem Menschen aus, der sie hört. Ob Pop, Jazz oder Klassik macht dabei keinen Unterschied. Wir haben alle unterschiedliche Vorlieben und Bedürfnisse.

FRAGE:

Im Radio läuft ein alter Hit von U 2 und schon denkt man an seinen ersten Kuss. Wie kommt das?

KREUTZ

: Aus der Gedächtnisforschung weiß man, dass sich Ereignisse besonders stark einprägen, wenn sie eine emotionale Komponente haben. Musik ist ein starker Träger von Gefühlen. So hören Menschen, wenn sie ihren Lebenspartner kennenlernen, oft gemeinsam Musik und die wird dann im Gedächtnis mit aufgenommen. Ein Lied kann also Erinnerungen wachrufen und umgekehrt.

FRAGE:

Kann Musik auch dem Gedächtnis auf die Sprünge helfen?

KREUTZ

: Die meiste Musik ist strukturell relativ einfach gebaut, es gibt viele Wiederholungen. Deshalb kann sich unser Gedächtnis Musik besonders gut merken – Stichwort Ohrwürmer. So können Demenzkranke, deren Sprachvermögen stark eingeschränkt ist, oft noch ganze Strophen von Liedern singen. Außerdem hat man beobachtet, dass das Erlernen eines Musikinstruments vor Demenz schützen kann.

FRAGE:

Wer musiziert, tut also etwas für die Gesundheit?

KREUTZ

: Singen, gemeinsames Musizieren oder Tanzen kann das psychische und körperliche Wohlbefinden fördern. Es stärkt das Gemeinschaftsgefühl und macht glücklich. Doch die emotionalen Werte kommen durchs Machen, nicht durchs Zuhören.

Gunter Kreutz

ist Professor für Musikwissenschaften an der Universität Oldenburg. Mit der Wirkung von Musik beschäftigen sich der Forscher und zahlreiche Kollegen auf der 6. „jazzahead!“ in Bremen, die an diesem Donnerstag beginnt. Die Musikmesse dauert bis zum 1. Mai.
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