Oldenburg/Heidelberg - 20 Jahre alt wird eines der bekanntesten Musikfestivals Deutschlands: der „Heidelberger Frühling“. Das wird Oldenburger Musikfreunde begeistern, aber vielleicht auch mehr, denn der geistige Vater und Intendant ist der Oldenburger Thorsten Schmidt, der am Gymnasium Eversten sein Abitur gemacht hat – und das Oldenburgische Staatstheater noch wie seine Westentasche kennt. „Eines der schönsten Theater Deutschlands“, sagt der 53-Jährige.
Schon als Schüler hat er sich für Musik begeistert. Um Proben zu lauschen, hat er sogar Schule geschwänzt. „Ich habe mich auch so manches Mal nach der Pause in die Oper geschlichen“, beichtet er heute. „Ich glaube, den Lohengrin habe ich so sechs Mal gesehen.“ Als Schüler gibt man sein Taschengeld gern für andere Dinge aus. Als Sängerin bewunderte er damals Marcia Parks. Aber auch Freia Marten als Gretchen in der legendären „Faust-Inszenierung“ Gerhard Jelens ist ihm noch präsent.
Irgendwie hat er dann doch noch die Kurve bekommen, wie er es selbst nennt und hat in Hamburg Betriebswirtschaft und Volkswirtschaft studiert. Ein Umweg, der sich auszahlen sollte. Schließlich stemmt er mit dem „Heidelberger Frühling“ ein klassisches Musikfestival mit mehr als 100 Veranstaltungen, mehr als 37 000 Besuchern und einem Budget von mehr als 2,7 Millionen Euro. Das Festival hat, seit es Thorsten Schmidt 1997 mit Schwerpunkt auf Brahms gegründet hat, fast 50 Orte in der Rhein-Neckar-Region bespielt.
Dabei halfen dem ausgebildeten Sänger und Musikmanager, der unter anderem auch längere Zeit für eine Beraterfirma in Frankfurt und als Orchestergeschäftsführer in Mainz arbeitete, seine vielen Kontakte.
Der Vater einer Tochter und eines Sohnes bezeichnet den „Heidelberger Frühling“ – der in diesem Jahr vom 2. bis zum 30. April gefeiert wird – gern als sein drittes Kind. Und dieses „dritte Kind“, so formuliert er seinen Anspruch, soll auch in die Heidelberger Stadtgesellschaft hineinwirken, zumal auch Heidelberg als Stadt des Liedes sehr begeisterungsfähig für dieses Fest sei.
Thorsten Schmidt ist auch stolz darauf, dass im Laufe der vergangenen Jahre Größen des internationalen Musikbusiness bei dem Fest aufgetreten sind. Dazu zählt etwa der Startenor Jonas Kaufmann, heute einer der weltweit gefragtesten Sänger und zwischen New York, Paris, London und Berlin unterwegs. „Der Jonas hat bei uns schon das zweite Eröffnungskonzert 1998 gesungen“, erinnert sich Schmidt.
Doch auch, wenn er Heidelberg und seine Arbeit dort sehr liebt, bleibt Oldenburg ein Stück Heimat für ihn. „Und das wird sich auch nicht ändern“, erklärt er über seine Gefühle für die Stadt im Nordwesten.
