In der kommenden Woche finden die Süddorfer Chortage statt. Zu den Proben und Workshops wird ein ganz besonderer Gast erwartet: Justice Djamson, ein Chorleiter aus Ghana. Wie kam es zu der Zusammenarbeit?
RöslerIm Sommer 2014 planten Dr. Emmanuel Noglo von der Norddeutschen Mission, Imke Martens vom Eine-Welt-Verein Edewecht, Geeske Martens als Teilnehmerin am Freiwilligendienst der Norddeutschen Mission in Togo und ich den Edewechter „Gottesdienst mal anders“ zum Thema „Frauenrechte in Togo und Ghana“. Emmanuel Noglo erzählte mir, dass Chorleiter Justice Djamson im Frühjahr 2015 nach Deutschland käme und Musikworkshops anböte. Noglo suchte noch eine Partner-Kirchengemeinde, die Spaß an lebendiger afrikanischer Musik hätte und offen sei für den kulturellen Austausch. Ich war sofort begeistert von dieser Idee. Musik verbindet Menschen unterschiedlicher Herkunft zu einer großen bunten Gemeinschaft.
Was können die Teilnehmer von Justice Djamson erwarten?
RöslerZur Zeit führt er in Kirchengemeinden der Lippischen Landeskirche Musikworkshops durch. Ich erhielt begeisterte Emails von Veranstaltern und Teilnehmern dort und sah Fotos. Sie zeigen, wie Justice Djamson mit seiner Musik die Teilnehmer mitreißt. Der Glaube an Gott gewinnt Kraft und Ausstrahlung. Er wird zum Singen und Klingen gebracht. Da Djamson die Gruppen, mit denen er bei uns arbeitet, noch nicht kennt, wird viel Ad-hoc-Improvisation für alle dabei sein. So wie christlicher Glaube halt ist: lebendig, frei, mitreißend!
Dürfen alle Interessierten mitmachen, auch wenn sie musikalisch ganz unerfahren sind und womöglich noch nie öffentlich gesungen haben?
RöslerAuf jeden Fall! Alle sind willkommen! Ganz gleich, ob Musikprofi oder Anfänger, ob alt oder jung. Einzige Voraussetzung: Lust auf neue Begegnungen und neue Musik.
Ist eine Anmeldung erforderlich?
RöslerEs wäre wünschenswert, dass Interessenten sich vorher bei mir telefonisch unter 04405/4365 anmelden. So können wir besser planen. Aber auch Kurzentschlossene dürfen ohne Anmeldung gerne dazustoßen.
Das Motto lautet „Raining Justice“. Erklären Sie doch bitte diesen doppeldeutigen Titel…
RöslerAnders als im oft verregneten Norddeutschland ist Regen (Raining) in afrikanischen Ländern ein willkommenes Naturereignis. Regen bringt Vitalität, Fruchtbarkeit und Leben. Das Motto „Raining Justice“ unterstützt die Klimaschutzprojekte der Norddeutschen Mission in Ghana und Togo. Die Projekte wollen zu einer weltweiten „ökologischen Gerechtigkeit (Justice)“ beitragen. Nicht nur wir in Europa profitieren vom Klimaschutz, sondern auch ökonomisch schwächere Länder in Afrika. Und die zweite Bedeutung des Titels: Chorleiter Djamson heißt mit Vornamen Justice. Seine Musik bringt Kraft und Schwung. Wie ein afrikanischer Frühlingsregen.
Am Ende der Chortage findet ein musikalischer Gottesdienst in Süddorf statt. Sie selber werden nicht predigen, sondern Dr. Emmanuel Noglo. Würden Sie über ihn noch ein paar Worte sagen?
RöslerDr. Emmanuel Noglo ist in Tsévie in Togo geboren. Er studierte in Lomé Anglistik sowie an der Universität Göttingen Politikwissenschaften, Evangelische Theologie und Religionswissenschaften. In Marburg promovierte er an der Politikwissenschaftlichen Fakultät. Danach evaluierte er für das Agenda-21-Büro in Hannover ein Projekt in Malawi. Emmanuel Noglo ist seit November 2013 auf der Projektstelle „Globalisierung konkret: Klimagerechtigkeit“ Bildungsreferent der Norddeutschen Mission mit Sitz in Bremen.
