Brake - Mit einer musikalischen Reise durch Zeit und Raum begeisterte am Mittwochabend das Duo Ariana Burstein (Cello) und Roberto Legnani (Gitarre) sein Publikum im Braker Borgstede & Becker Haus des Schiffahrtsmuseums. Unter dem Titel „O’Carolan’s Concerto“ widmen die beiden virtuosen Künstler ihre Konzerttournee durch ganz Deutschland dem bedeutendsten irischen Komponisten und Harfenspieler Turlough O’Carolan (1670 bis 1738).
In Irland diente seinerzeit die Tradition des Harfenspiels als Verbindung zwischen Volksmusik und klassischer Musik. Diese Lücke schloss O’ Carolan, der als Freund italienischer Musik seine Zuhörer mit einem Konzert im italienischen Stil überraschte.
Dieses berühmte Stück in drei Sätzen, das der Ire Freunden und Schülern widmete, ist als „O’Carolan’s Concerto“ in die Musikgeschichte eingegangen. Das Opus wurde erstmals von Ariana Burstein und Roberto Legnani in der Version für Cello und Gitarre präsentiert.
In die mystisch-musikalische Welt Irlands stieg das Duo mit den typischen Klängen der „Grünen Insel“ ein: „King oft the fairies“, „Spatter the Dew“ und „Celtic Air“. Die einzigartige Harmonie zwischen Gitarre und Cello machte es deutlich: um den Zauber der keltischen Weisen vollendet zu interpretieren, braucht es nicht immer eine Bodhran, Fiedel oder Tinwhistle.
Auch die französischen Komponisten Claude Debussy und Maurice Ravel nahmen zu Beginn des 20. Jahrhunderts die keltische Musik als Inspirationsquellen für ihre Stücke. Debussy ließ sich aus dem Zyklus der schottischen „Chansons écossaises“ des Dichters Charles Leconte de Lisle inspirieren und vertonte das vierte Gedicht „La fille aux cheveux de lin“ (Das Mädchen mit den flachsblonden Haaren); und begeisterten Applaus spendete das Publikum den temperamentvollen Ragtimeklängen im Stück „La petit negre“.
Inspiriert vom „König des Tangos“, Astor Piazolla, machten Ariana Burstein und Roberto Legnani Station in der Neuen Welt und erinnerten an die langen Tangonächte in Buenos Aires mit stimmungsvollen Charakterstücken wie „Nueva Vida“, „Mujer de Galway“, „Medianoche“ und „Fra Venti Minuti“.
Mit ungarischen Romanzen und Gipsy Swing beschlossenen die beiden Künstler ihr abwechslungsreiches Programm des Miteinanders der Musikkulturen. Viel Beifall für ein einzigartiges Konzerterlebnis, aber auch beglücktes Erstaunen im Pu-blikum, dass Gitarre und Cello so harmonisch zusammen passen.
