Oldenburg - Einhundert Jahre Isolierbaracke – und fünf Jahre Wilhelm 13. Das wird gefeiert: Mit einem „Jubiläums-Festival“ vom 9. bis 13. Juni, mit Film, Literatur und viel Musik.
„Fünf Jahre für das Musik- und Literaturhaus Wilhelm 13 ist vielleicht kein spektakuläres Jubiläum, aber für uns ist es schon das Gefühl: Da guck’ mal her, wir ham’s geschafft.“ Schließlich habe es anfangs von außen einige Zurückhaltung gegeben, viele hatten sich beworben, dem damaligen Kulturdezernenten Martin Schumacher hatte nach dem Umzug des Theaters Laboratorium ein italienisches Restaurant vorgeschwebt, Oberbürgermeister Gerd Schwandner ein chinesisches.
Aber es kam viel besser: Gleich vier Einrichtungen fanden als Partner in der ehemaligen Isolierstation, die ab 1915 für einige Jahre Patienten mit ansteckenden Krankheiten aufgenommen hatte, hier dauerhaft ein gemeinsames Dach: das Literaturbüro Oldenburg, der Jazzclub Alluvium, Singers & Players Konzerte und die Jazzmusiker-Initiative Oldenburg (JMO), vorübergehend auch die Folk-Initiative (bis 2011). Ein Trägerverein bündelt alles und agiert als Ansprechpartner für die Stadt.
Jedes Jahr stellen die vier Partner 100 Veranstaltungen für die 99 Plätze auf die Beine – aus verschiedenen musikalischen Richtungen und der Literatur. Der Saxophonist Lee Konitz war hier, die Pastorius Twins, das Festival „Jazz en bloc“ oder die Pianistin und Sängerin Anke Johannsen. Am 15. Juni kommen „Joco“, im September spielt Ack van Rooyen hier, im November singen wieder „Quintessence & Friends“.
Die Macher sind begeistert von ihrem Ort, der seinen Namen nach seiner damaligen Adresse Wilhelmstraße (inzwischen umbenannt in Leo-Trepp-Straße) erhalten hat. Peter Löffler von der Jazzmusiker-Initiative sagt: „Das charmante an diesem sympathischen Gebäude ist: Die Musik ist gut und die Atmosphäre ist gut. Oft kocht die Bude. Viele Musiker sagen: Ach, so was Schönes hätten wir in unserer Stadt auch gerne.“
