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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Packende Kunst in einem prächtigen Theater

12.09.2017

Oldenburg Wenn Thomas Albert ein Fazit des Musikfestes Bremen zieht, verwendet er fast jedes Jahr den gleichen Satz. Wird er ihn also wieder nennen? „Klar”, sagt der Intendant, „dazu stehe ich immer wieder neu!“ Der Satz lautet, auch für die 28. Auflage: „Es war das schönste Musikfest!”

Albert untermauert die Aussage auf seine persönliche Art. „Es entsteht stets tieferes Vertrauen zwischen den Künstlern von Weltrang und uns“, führt er aus. „Wir werden so immer besser.“ Albert, eher der Alten Musik zugeneigt, kann auf Neues verweisen: „In Bremen und im Umland bis Hamburg und Ostfriesland bieten wir Ungewohntes an, manchmal sogar aufregend Verrücktes.“

Nun zählt der Auftritt des Countertenors Valer Sabados im Oldenburgischen Staatstheater nicht zur Kategorie der Verrücktheiten. Aber Sabados, einer der weltbesten seines Fachs, und das elfköpfige Ensemble „Nuevo Aspetto” zeigen überrumpelnd andere Varianten als die gemeinhin von Barockopern bekannten. Antonio Caldara (1670– 1736) erscheint wie neu entdeckt. Alles das passiert im allerletzten Musikfest-Konzert, offiziell geführt als „Sonderkonzert zum Tag des offenen Denkmals“.

Gespitzte Ohren sind im Großen Haus gefordert, denn Caldara und seine Zeitgenossen nehmen mit ausgefeiltesten Affekten gefangen. Neben Streichern, Traverso und Chalumeau wird manchmal nur gezupft und getupft begleitet: mit Cembalo, Laute, Harfe und dem hackbrettartigen Salterio. Das legt einen bewegten Untergrund, auf dem Sabadus seine unmittelbar packende Kunst entfaltet. Jeden Ton poliert er, aber er schleift keinen glatt. Alle Klagen und Freudenmomente sind tief empfunden und in den Höhen kraftvoll deklamiert.

Die objektiven Schlussrechnungen untermauern die gefühlvollen von Albert. 23 046 Besucher wurden in 38 Veranstaltungen gezählt, 1200 mehr als im vorigen Jahr. 84 Prozent der Plätze waren damit belegt. „Und wir haben den Etat eingehalten”, schiebt der Intendant nach.

Nach anhaltendem Beifall in Oldenburg bedankt sich Sabadus mit Zugaben und dem Geständnis: „Wir sind hier in diesem prächtigen Theater richtig begeistert!“ Da kommt spontan ein Echo aus dem Parkett: „Wir auch!“

Kann es ein schöneres Schlusswort zum 28. Musikfest geben?

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