Jubiläumskonzert in der Jahnhalle
Das Abschlusskonzert
der „Musikwerkstatt“ findet am Sonnabend, 31. März, um 19.30 Uhr in der Jahnhalle statt.Anlässlich des Jubiläumsspielen die jungen Musiker
erstmalsin der 20-jährigen Geschichte der „Musikwerkstatt“ nicht in einer Kirche, sondern in einer großen Konzerthalle.Neun Bands und ein Chor
treten auf. Von A-Capella bis Heavy-Metal wird alles geboten.Der Eintritt
zum Konzert ist frei.Der Gottesdienstin der Martin-Luther-Kirche
am Sonntag, 1. April, wird von der Teilnehmern des Workshops musikalisch mitgestaltet.Rock, Jazz, Irish Folk, Gospels und Metal sind im Repertoire. Kirchenmusik gehört auf besondere Weise auch dazu.
von Birte Tripke
NORDENHAM - Wer in diesen Ferientagen am Gelände der Südschule vorbei geht, der vernimmt Ungewöhnliches: Musik. Trotz der Osterferien ist das Gebäude alles andere als verlassen. Aus vielen der geöffneten Fenster sind die unterschiedlichsten Töne und Instrumente zu hören. Bass, Klarinette, Schlagzeug, Gesang, alles wild durcheinander, denn hier wird gearbeitet.Seit Dienstag ist die „Musikwerkstatt“ zu Gast in Nordenham. Aus allen Bereichen der evangelischen Kirche Oldenburg sind Jugendliche und junge Erwachsene zusammengekommen, um in ganz unterschiedlichen Arbeitsgruppen unter der Anleitung erfahrener Musiker sechs Tage lang vor allem eines zu tun: gemeinsam Musik zu machen.
Bereits seit 1999 trifft sich die Musikwerkstatt regelmäßig in den Osterferien in Nordenham, davor war Wildeshausen der Treffpunkt der Jungmusiker. Ins Leben gerufen als Freizeit für Kirchenmusik, stehen in den Workshops heute neben Gospels vor allem Rock, Pop, Jazz und Folk auf dem Programm. Auch Blues und Metal sind mittlerweile fester Bestandteil.
So vielfältig die Musikrichtungen, so unterschiedlich auch die Instrumente und die Vorkenntnisse der Teilnehmer. Denn auch Anfänger sind willkommen. „Der Workshop lebt von seiner Vielfalt“, sagt Edgar Rebbe, einer der Workshopleiter. Voraussetzung für die Teilnahme seien deshalb lediglich der Spaß an und das Verständnis für Musik, erklärt Rebbe, der Pastor in Jaderberg ist. „Die Mischung aus Leuten, die seit Jahren Musik machen und Anfängern macht den Reiz aus“, fügt Dominic Reimann, ebenfalls Workshopleiter, hinzu.
In diesem Jahr feiert die Musikwerkstatt ihr 20-jähriges Bestehen. Grund genug, das gemeinsame Abschlusskonzert erstmals nicht in einer Kirche, sondern in einer „richtigen“ Konzerthalle stattfinden zu lassen. „Es sollte schon etwas Besonderes zum Jubiläum sein“, erzählt Volker Austein, Musikwerkstatt-Leiter und Diakon der Kirchengemeinde Edewecht. Gemeinsam mit neun anderen Musikern leitet er die Workshops und erarbeitet mit den 35 Jugendlichen das gemeinsame große Konzert, das Sonnabend in der Jahnhalle für alle Besucher offen ist.
Aus der ganzen Region sind die jungen Musiker angereist, „von Wildeshausen bis an die Nordsee“, sagt Austein. Aus Jade und Jaderberg, aus Schortens und Jever „und eine Hand voll aus Nordenham“, wie Austein schätzt.
Die Jugendlichen nehmen gerne mehrere Male teil. So wie zum Beispiel Dominic Reimann. Vor einigen Jahren wollte er eigentlich Urlaub machen, seine Eltern überredeten ihn dann aber zur Musikwerkstatt. Heute leitet der 23-Jährige selbst einen Workshop und ist nach wie vor vom Konzept der Musikwerkstatt begeistert. „Das gegenseitige Lernen fällt leichter“, sagt er. Die Teilnehmer können ihren musikalischen Horizont erweitern. Und außerdem ein Gefühl für die Bühne bekommen, findet er.
Pastor Rebbe und Diakon Austein haben aber noch ein weiteres Ziel. „Die Qualität der Kirchenmusik wollen wir verbessern.“ Sie wünschen sich „eine rhythmische Musik, die mitreißt“. Nicht modern um des Modernsein willens soll die Musik sein. Altes, Klassisches solle ja bewahrt werden. Aber auch das Neue hat seine Berechtigung, findet Edgar Rebbe.
„Musik ist Spiel.“ Damit meint Rebbe, dass man sich der Veränderung nicht verbissen, sondern spielerisch nähern sollte. Und eben ganz Neues ausprobiert: So wird zum Beispiel „Nothing else matters“ von Metallica mit einem Psalmtext gesungen und gespielt. Und es wird improvisiert, wenn ein fremdes Instrument hinzukommt: „Die Geige klingt großartig dabei“, schwärmt Rebbe.
