Vechta - Er war in seiner Zeit einer der bekanntesten Fernsehmoderatoren und populärsten Wissenschaftsautoren: Hoimar von Ditfurth, geboren 1921 in Berlin, gestorben 1989 in Freiburg im Breisgau. Nun hat der rührige Geest-Verlag in Vechta dessen Lebenserinnerungen unter dem Titel „Innenansichten eines Artgenossen. Meine Bilanz“ neu aufgelegt. Das geschah, so der Verleger Alfred Büngen, auf vielfachen Wunsch und vor allem mit Hilfe von Christian von Ditfurth (60).
Der Sohn des Autors schildert im Vorwort, dass sein Vater das Buch eigentlich gar nicht schreiben wollte, sich aber trotz Krankheit, der Aufgabe stellte. Kurz vor seinem Tod konnte Hoimar von Ditfurth das umfangreiche Werk noch in Empfang nehmen – Sohn Christian selbst hatte es lektoriert. Christian von Ditfurth schreibt dazu: „Nach anfänglicher Verunsicherung – vielleicht auf beiden Seiten – erwies sich das Lektorat als leichte Übung.“ Weiter heißt es: „Er wollte dieses Buch nicht schreiben, und es wurde sein erfolgreichstes.“ Was der Vater als Autobiografie angekündigt hatte, entpuppte sich als Gesamtschau seines Denkens.
Hoimar von Ditfurth war ein habilitierter Arzt und Wissenschaftsjournalist. Er arbeitete als Fernsehmoderator für die Sender WDR und ZDF. Er überschritt dabei mutig – aber unter Verwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse – die interdisziplinären Grenzen zwischen Natur- und Geisteswissenschaften. Ein bedeutender Teil seines Lebenswerkes war sein Eintreten gegen Aberglauben und Pseudowissenschaften.
Einem großen Publikum wurde er durch die von ihm 1971 konzipierte ZDF-Sendereihe „Querschnitt“ bekannt, die er mit Volker Arzt bis 1983 leitete. Seit den 70er Jahren wandte er sich den Grünen zu. Hoimar v. Ditfurth entstammte einem Adelsgeschlecht. Seine Tochter Jutta Ditfurth (sie legte das „von“ ab) wurde bekannt als Grünen-Politikerin, sein Sohn Christian als Journalist und Autor („Der 21. Juli“).
