Carolinensiel - Eigentlich kannte sich Martin Kattman ja nie mit der Fischerei aus. „Nun ja, ich habe mal einen Angelschein gemacht“, sagt er schmunzelnd. „Aber richtig beschäftigt habe ich mich damit erst jetzt – beim Erstellen der Ausstellung über das Fischen im Sielhafenmuseum in Carolinensiel.“
Kattmann ist einer der insgesamt 20 Wissenschaftler, die jetzt ihren „Musealog-Kursus“ abgeschlossen haben. Acht Monate lang haben sie in einem von zehn kooperierenden Museen gearbeitet, darunter das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg und das Ostfriesische Landesmuseum Emden. Nebenher finden Theoriestunden statt.
Die Akademiker werden auf diesem Wege zu sogenannten „Fachreferenten für Sammlungsmanagement und Qualitätsstandards in Museen“ weitergebildet – und werden für die Arbeit im Museum fit gemacht. Am Montag nahmen die Teilnehmer des diesjährigen Kurses, die aus zehn verschiedenen Bundesländern kamen, in Carolinensiel ihre Zertifikate entgegen.
Der „Musealog-Kursus“ richtet sich etwa an Historiker, Kulturwissenschaftler oder Archäologen. „Nach dem Studium fehlen ihnen oft die praktischen Kenntnisse“, sagt Dirk Heisig, Leiter der Museumsakademie Musealog. „Während der Fortbildung lernen sie dann das passende Handwerk.“ So arbeitet jeder an einem festen Projekt im Museum, das am Ende des Kursus dann vorgestellt wird.
Aber auch für die, die „aus dem Job gefallen“ sind, etwa nach einer Elternzeit, könne diese Fortbildung interessant sein, betont Heisig. NWZ Die Teilnahme wird von der Bundesagentur für Arbeit und den jeweiligen Jobcentern gefördert.
Dr. Heike Ritter-Eden, Leiterin des Sielhafenmuseums, ist begeistert: „Nicht nur die Teilnehmer profitieren von diesem Angebot, sondern auch wir – denn so bekommen wir neue interessante Impulse von außen.“
Ritter-Eden selbst hat übrigens auch einen Musealog-Kursus absolviert – und ist jetzt Leiterin des Museums. Sie kenne auch andere, die diesen Weg gegangen sind. „Durch den Kursus entstehen Netzwerke – und Netzwerke sind goldwert“, weiß Heisig.
