Berlin - Die Hexe Hermine Granger gehörte über Jahre zu den Kultfiguren aus den Geschichten rund um Zauberlehrling Harry Potter. Genau wie ihre Kollegen Daniel Radcliffe (Potter) und Rupert Grint (Ron Weasley) erlangte Emma Watson mit der Darstellung ihrer Hermine Weltruhm. Aber ebenso musste sich die britische Schauspielerin, die im April 25 Jahre alt wird, nach Abschluss der acht Harry-Potter-Filme freischwimmen und ihre Karriere neu ausrichten.

Fünf Filme drehte die in Paris geborene Watson nach dem Potter-Zyklus - alle waren sie kommerziell erfolgreich, denn viele Fans sind ihr treugeblieben. Auch das Highschool-Drama „Vielleicht lieber morgen“, das Ende 2012 in die Kinos kam und in den USA mehr als 16 Millionen Dollar einspielte, refinanzierte sich, auch wenn Emma Watson vermutlich mit keinem anderen Film wieder solch einen großen Publikumserfolg herbeizaubern wird wie mit Harry Potter.

„Vielleicht lieber morgen“, an diesem Mittwoch (20.15 Uhr) bei ProSieben als Erstausstrahlung im Free-TV zu sehen, ist die Verfilmung eines in den USA sehr beliebten Briefromans für Jugendliche von Autor Stephen Chbosky, der auch selbst Regie geführt hat. Es geht um die Probleme des Erwachsenwerdens, um Klamotten, Musik und Schule, aber vor allem um Freundschaft, Liebe und das gefühlte Anderssein als alle anderen.

Emma Watson, damals 22 Jahre alt, fiel in ihrer Rolle als Sam in dem Film mit ihrem neuen Kurzhaarschnitt auf, nachdem sie ihre Haare zuvor immer lang getragen hatte. Gemeinsam mit ihrem Stiefbruder Patrick kümmert sich Sam um den jüngeren und introvertierten Charlie, der nach dem Selbstmord eines Freundes an Depressionen leidet und in der Schule keinen Anschluss findet. Die beiden nehmen ihn in ihre Clique auf, essen in der Schule gemeinsam zu Mittag, feiern und tanzen.

Für Charlie beginnt ein völlig neues Leben und natürlich verliebt er sich auf der Stelle in Sam. Erst nach und nach findet er heraus, dass auch seine oberflächlich immer so fröhlich scheinenden neuen Freunde Probleme haben: Sam sucht sich immer wieder Männer aus, die sie schlecht behandeln, und leidet unter mangelndem Selbstbewusstsein. Patrick ist schwul, muss seine Beziehung aber seinem Partner zuliebe verheimlichen.

Die Geschichte erinnert an viele andere Filme über das Erwachsenwerden und wirkt nicht wirklich neu. Überraschungen biete der Streifen keine, urteilte auch die „New York Times“. Aber er sei „liebenswert“ und „hauptsächlich ein Schaufenster für die schöne junge Besetzung“. Vor allem Patrick-Darsteller Ezra Miller spielt mit so viel Spaß und Ausdruck, dass er seiner weltbekannten Kollegin Emma Watson fast die Show stiehlt. Produziert wurde der Film von Oscar-Preisträger John Malkovich.

Die deutschen Kritiker gingen wohlwollend mit Emma Watsons Hauptrollen-Erstling nach all den Harry-Potter-Jahren um. „„Vielleicht lieber morgen“ ist trotz kleiner dramaturgischer Schwächen eine charmante und stellenweise tief berührende Literaturverfilmung“, hieß es bei „Filmstarts.de“. „Großartig gespielter, berührender Jugendfilm mit Humor und Tiefgang“, schrieb die Programmzeitschrift „Hörzu“ bei.