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Konzert Nachdenklich, witzig und charmant

Klaus Turmann

Nordenham - Trotz Sommerwetters und Nationalmannschaft fanden sich gut 80 Musikfreunde überwiegend mittleren Alters in der Jahnhalle ein, um den Sänger von 80er-Jahre-Hits wie „Verliebte Jungs“ und „Sehnsucht (Ich will raus!)“ zu erleben.

Effektvolle Beleuchtung

Auf der abgedunkelten und von Kai Kubischs LDD effektvoll ausgeleuchteten Bühne der Jahnhalle saß rechts „der Schrader“ mit drei akustischen Gitarren, einem Mikrofon und seinen Effektgeräten. Links war das Keyboard von Purple Schulz aufgebaut, erweitert um eine Percussionseinheit. Dort verbrachte der Star des Abends einen großen Teil des Konzerts, ging aber auch gern mit dem Mi-krofon zum „Schrader“, spielte die Blues Harp (Mundharmonika), das Kasu oder seine Ukulele.

Zu seinen Liedern erzählte er Geschichten über deren Entstehung und Hintergründe, Konzerterfahrungen und die Musiker, die sonst mit ihm zusammenarbeiten, etwa wenn er CDs oder DVDs produziert. Schnell zeigte sich, dass Purple Schulz’ Stimme auch nach 30 Jahren auf Konzertbühnen gut in Schuss ist. Souverän beherrscht er sein Tasteninstrument und findet dabei wiederholt noch Zeit und Gelegenheit zu kleinen Einlagen auf dem Percussions-Pad. Mit gesampelten Schlagzeugklängen und eingespielten Loops sorgt er für vollen Rockband-Sound, wo das passt.

Der „Schrader“ erweist sich als ausgezeichneter Gitarrist und überaus einfühlsamer (Mit-)Sänger bei den sehr persönlichen Liedern des Kölner Songwriters.

Davon gibt es in der Jahnhalle gut 20, und zwar zunächst aktuelle Stücke von der CD „So und nicht anders“ und nach der Pause Historisches aus dem vergangenen Jahrhundert oder gar Jahrtausend.

Das andächtig lauschende, applausfreudige und – im zweiten Konzertteil – sangesfreudige Publikum genießt Lieder unterschiedlichster Stimmung. Vom träumerisch- realitätsflüchtigen „Ich hab’ Feuer gemacht“ über die bissige Kritik am Alltagswahnsinn in „Uns kann nichts passieren“, das gesellschaftskritische „Wir sind hier nicht das Problem“ über Arbeitslosigkeit unter der 50-plus-Generation und das rührende „Fragezeichen“, bei dem Schulz die Alzheimererkrankung seines eigenen Vaters thematisiert, geht es bis zum schrill-komischen „So macht das kein’ Spaß“, bei dem Eifer und Furor jeglichen religiösen Bekenntnisses derb auf die Schippe genommen werden – sehr zur Freude des Nordenhamer Publikums.

Als alle denken, nun folge ein Schrader-Solo über das Grillen, das der auch selber allein auf der Bühne anmoderiert hat, taucht Purple Schulz überraschend und schrill verkleidet im Zuschauerraum auf und beklagt in „Aufschnitt“ den Verlust guter Metzgereien zugunsten von Bioläden.

Für eingefleischte Fans

Nach der Pause geht’s nostalgisch weiter, wobei viele Songs kaum an Aktualität verloren haben. Nun kommen die eingefleischten Purple-Schulz-Fans zum Zuge, können mitsingen und wiedererkennen bei „Unter der Haut“, „Sag die Wahrheit“, „Schöne Leute“, Herz voller Gold“ und den beiden Megahits „Sehnsucht“ und „Verliebte Jungs“.

Da kommt Purple Schulz natürlich um eine Zugabe nicht herum – am Ende eines wirklich gelungenen Konzerts an einem frühen Sommerabend.

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