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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Stefan Borchardt löst Eske Nannen ab

19.11.2016

Emden Manch einen Bewerber könnte der Weg an die kulturelle Peripherie vielleicht abgeschreckt haben, für einen anderen ist Emden schon „eine größere Stadt“. Es kommt eben auf die Perspektive an, wie Stefan Borchardt am Telefon sagt. Den Kunsthistoriker aus Baden-Württemberg hat die Emder Kunsthalle am Freitag als ihren neuen Leiter präsentiert. Er arbeitet seit 2007 als Kustos der Kunststiftung Hohenkarpfen in Hausen ob Verena, Kreis Tuttlingen.

Wer den Ort nicht gleich geografisch einordnen kann, dem kann der 50-Jährige auf die Sprünge helfen: „am südlichsten Zipfel der schwäbischen Alb, auf der sogenannten Baar, in der Mitte zwischen Stuttgart und Zürich“. Die Gemeinde Hausen ob Verena zählt knapp 800 Einwohner. Zur Kunststiftung gehöre ein „dezidiert regional“ ausgerichtetes Museum, sagt Borchardt, das vor 30 Jahren gegründet wurde, also genauso alt sei wie die Kunsthalle. Es widme sich der südwestdeutschen Kunst mit dem Schwerpunkt der Landschaftsmalerei. Das Haus in Emden habe dagegen andere Dimensionen, räumt er ein. Deren Sammlung und Ausstrahlung sei von nationaler, ja internationaler Bedeutung.

„Große Herausforderung“

Vor fast einem Jahr war der wissenschaftliche Leiter der Kunsthalle, Dr. Frank Schmidt, an die Museen Böttcherstraße nach Bremen gewechselt. Schon im April hatte die langjährige Geschäftsführerin Eske Nannen (74) angekündigt, zu ihrem 75. Geburtstag ihren Chefposten abzugeben, aber dem Haus weiterhin als Stifterin zur Verfügung stehen zu wollen. Daher war die vakante Direktorenstelle als Gesamtleitung ausgeschrieben worden. Borchardt wird seine Aufgabe am 1. Februar 2017 übernehmen.

Jubiläumsschau

Die Jubiläumsschau zum 30-jährigen Bestehen der Kunsthalle – „Nikolai Astrup. Norwegen. Eine Entdeckung“ – läuft noch bis zum 22. Januar 2017. Sie knüpft an die bisher erfolgreichste Schau über den Norweger Edvard Munch an. Sie lockte 120 000 Besucher an.

Öffnungszeiten: di. bis fr. 10–17 Uhr, sa. und so. 11–17 Uhr, jeder 1. Dienstag im Monat 10–21 Uhr.

Lange wurde nach einem geeigneten Kandidaten gesucht. Nun kam am Freitagnachmittag die Nachricht vom neuen Direktor.

Die Leitung der Kunsthalle empfinde er als „große Herausforderung“, der er sich gern stelle, vor der er aber auch „Respekt“ habe, sagt Borchardt. Zugleich sei es für ihn eine „große Ehre“, in die großen Fußstapfen von Eske Nannen zu treten. Er habe das Gefühl, dass in Emden „alle an einem Strang ziehen“. Der „Gründungsschwung“ sei immer noch vorhanden. Das seien „hervorragende Voraussetzungen“, um die Arbeit an der Spitze der Kunsthalle zu beginnen.

Umstrukturierung

Der Wechsel leite eine grundlegende Umstrukturierung ein, kündigte Folkert Hinrichs von der „Stiftung Henri und Eske Nannen und Schenkung van de Loo“ an. Das Haus werde für die Herausforderungen der Zukunft auf ein gutes Fundament gestellt, sagte Hinrichs, der sich nach vielen Jahren aus dem Stiftungsvorstand zurückzieht.

Eske Nannen, gelernte Industriekauffrau, hatte mit dem Gründer des Magazins „Stern“, Henri Nannen, die Kunsthalle seit 1986 aufgebaut. Nach seinem Tod 1996 erweiterte sie das Haus zu einer der bedeutendsten Kulturstätten im Nordwesten, muss aber stets für deren Finanzierung kämpfen. Jährlich kommen rund 80 000 Besucher in die Ausstellungen.

Regina Jerichow Redakteurin (Ltg.) / Kulturredaktion
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