NADORST - Marschmusik und Bierzeltgemütlichkeit: Das assoziieren viele mit dem Begriff Blasmusik. Doch damit hat das Sinfonische Blasorchester der Stadt Oldenburg nicht allzu viel am Hut. Märsche und volkstümliche Melodien kann das 50-köpfige Ensemble zwar auch spielen. Sein Repertoire ist aber viel größer: Klassik, Jazz, Big-Band-Sound, Klezmer, Filmmelodien und vieles mehr gehören dazu.

Wer den Umzug zum Kramermarkt besucht, der kennt den Klang des Sinfonischen Blasorchesters. Es hat jedes Jahr seinen Stammplatz gegenüber der Ehrentribüne und sorgt für beste Unterhaltung.

Vor 20 Jahren wurde das Orchester gegründet (siehe Infokasten). Mittlerweile ist es ein eingetragener Verein. „Wir sind ein gutes Beispiel dafür, dass Musik die Menschen verbindet“, sagt der Vorsitzende Matthias Friedemann, „bei uns spielen Uni-Professoren, Lehrer, Schüler, Handwerker und selbstständige Geschäftsleute mit – im Alter von 14 bis 73 Jahren.“ Der 38-Jährige ist seit neun Jahren Mitglied des Ensembles und spielt hier Tenorsaxofon.

Erst drei Jahre dabei und begeistert auch vom großen Zusammenhalt ist Andrea Ritter (Querflöte). „Es ist eine Herausforderung, hier mitzuspielen. Aber man steht nicht auf dem Prüfstand, denn in der Gruppe fühlt man sich wohlbehütet“, schwärmt die 43-Jährige. Susan Gohr (Klarinette) hat schon in vielen anderen Orchestern gespielt. Am Sinfonischen Blasorchester schätzt sie neben der Gemeinschaft die musikalische Herausforderung. „Unser Dirigent fordert uns schon was ab“, sagt die 38-Jährige.

Der 44-jährige Rafael Rötzer leitet das Orchester seit dem vergangenen Jahr. Der stellvertretende Solotrompeter am Oldenburgischen Staatstheater ist der einzige Profi im Orchester. Sein fröhliches und leidenschaftliches Dirigat begeistert die Musiker. „Er hat sein Ohr täglich an der Musik und bringt uns in unserem amateurhaften Spiel nach vorn“, betont Matthias Friedemann. Durch Rötzer habe das Orchester auch immer wieder Kontakt zu seinen Profi-Kollegen. „Manche spielen bei uns auch gern mit.“

Neue Mitstreiter sucht das Ensemble immer. „Jeder der ein Blas- oder Percussion-Instrument spielt, ist willkommen“, so der Vorsitzende. Vorspielen muss niemand. „Man merkt schon, ob man in die Gruppe passt und einem das Repertoire gefällt“, weiß Andrea Ritter. In einem Vororchester, das vor fünf Jahren gegründet wurde, können wenig erfahrene Spieler langsam in das große Orchester hineinwachsen.

Sein 20-jähriges Bestehen möchte das Ensemble am Sonntag, 14. November, mit einem besonderen Konzert ab 16.30 Uhr im Cäciliensaal, Haarenufer 11, feiern. Es erklingen u.a. „Prelude to a Celebration“ (Philip Sparke), „Canticles of the Creature (Jim Curnow), „For all the Wyle Eternal“ (Ralph Ford) „Jazz Inspiration“ (Manfred Schneider), „Jubelklänge“ (Ernst Uebel) und „The Best of Earth, Wind & Fire“. Karten gibt es an der Tageskasse.

wurde das Sinfonische Blasorchester der Stadt Oldenburg am 14. November 1990 auf Initiative des damaligen Oberbürgermeister Horst Milde.

Stephan Flore hauchte dem Orchester Leben ein und half ihm aus den Kinderschuhen. Es folgte der Dirigent Michael Bork, und ab Juli 2009 übernahm Rafael Rötzer das Dirigat.

zählt der Verein zurzeit, 52 davon spielen im Orchester mit.

Platz belegte das Ensemble im Jahr 2007 beim renommierten Niedersächsischen Orchesterwettbewerb.

bestehen mit dem Orchestre Harmonique de Cholet (Frankreich) und dem Harmonieorkestret Conductor aus Hoje-Taastrup (Dänemark).

wird das Orchester von der Stadt Oldenburg mit einem – allerdings jährlich geringer werdenden – Geldbetrag sowie der Bereitstellung der Aula in der Fröbelschule, Eßkamp 126, für die Proben.

wird dienstags von 20 bis 22 Uhr. Das Vororchester übt von 19 bis 19.50 Uhr.

Matthias Friedemann, Tel 04486/15 50 oder 0177/564 50 47

Susanne Gloger
Susanne Gloger Redaktion Oldenburg