Dötlingen - Mit einer Lesung aus ihrem Buch „Trau dich, sagt das Glück“ endete am Freitag der erste ständige Aufenthalt einer Künstlerin in der von der Dötlingen-Stiftung restaurierten Müller vom Siel-Kate. Nachdem Theo Lejdekkers in der Kate gemalt und Kurse gegeben hatte, war die 22-jährige Oldenburgerin Caro Kreutzmann die erste Künstlerin, die in der Kate nicht nur gearbeitet, sondern auch gelebt hat.

Für die Verantwortlichen der Dötlingen-Stiftung war das durchaus ein Abenteuer. „Auf einmal waren das nicht mehr unsere Räume, sondern die von Caro, die dort ein Recht auf ihre Privatsphäre hatte“, sagt Gerti Essing. Aufregend sei aber auch schon die Arbeit von Theo Lejdekkers gewesen, der in der gerade fertig gestellten Kate mit großformatigen Ölbildern gearbeitet hat. „Es ist schön zu sehen, wie rücksichtsvoll und vorsichtig die Künstler mit der Kate umgehen“, so Essing

Als positiv haben sowohl die junge Künstlerin und Autorin das jetzt beendete gemeinsame Projekt empfunden. Kreutzmann hat den Aufenthalt in Dötlingen unter anderem dazu genutzt, an ihrem zweiten Buch zu arbeiten. Sie war besonders überrascht, wie viele Besucher sich in diesem Monat für ihre Arbeit interessierten.

Die Lesung in Dötlingen, zu der sich rund 30 Zuhörer in dem kleinen Raum im Erdgeschoss der Kate drängten, war nicht nur der Abschluss des Dötlingen-Aufenthaltes, sondern auch ihre letzte Lesung in diesem Jahr, so Kreutzmann. In der kommenden dunkleren Jahreszeit wolle sie alles etwas ruhiger angehen.

In der Kate geht es allerdings weiter. Wenn auch zunächst keine weiteren Vollzeit-Gäste vor der Tür stehen, hat die Stiftung doch bereits Pläne für die kommenden Monate, erläuterte Essing am Rande der Lesung.

Als nächste werde die renommierte Klattenhofer Künstlerin Helga Neuber mit einer Ausstellung ihrer Arbeiten in die Kate einziehen. „Wir haben die Kate ja auch wieder errichtet, um den Dötlinger Künstlern einen Raum für die Ausstellung ihrer Arbeiten zu geben“, so Essing. Den September über werden Neubers Werke am Rittrumer Kirchweg gezeigt.

Danach werde der Geveshauser Gerd Battermann sowohl Fotografien ausstellen als auch in und um die Kate herum fotografisch arbeiten, kündigte Essing an. Es gebe darüber hinaus weitere Anfragen von Künstlern aus der Umgebung.

Die Stiftung wolle allerdings weiterhin einen Schwerpunkt auf die Unterstützung der Dötlinger Künstlerinnen und Künstler legen, so Essing. „Und wir wollen, dass die Besucher davon profitieren, dass die Künstler vor Ort sind, dass ihre Arbeit erlebbar wird.“