Nordenham - Er war ein Jurist mit mathematisch-naturwissenschaftlichem Interesse und Talent. Er war auch ein Quereinsteiger: 1787 hat Johann Friedrich Cotta die Tübinger J. G. Cotta’sche Buchhandlung von seinem Vater gekauft. Innerhalb weniger Jahre hat er aus einem provinziellen Universitätsverlag den bedeutendsten Universalverlag seiner Zeit gemacht.
Zeit des Umbruchs
Allen Interessierten in Nordenham wird dieser Verleger, Unternehmer und Politiker als exemplarische Gestalt einer Umbruchzeit vorgestellt: Dazu kommt Dr. Bernhard Fischer, Direktor des Goethe- und Schiller-Archivs in der Klassik-Stiftung Weimar, auf Einladung der Goethe-Gesellschaft nach Nordenham.
Die Vortragsveranstaltung findet am Donnerstag, 14. Januar, im Alten Rathaus statt. Beginn: 19.30 Uhr.
Damit startet die Nordenhamer Goethe-Gesellschaft ihr Jahresprogramm 2016. Es enthält insgesamt drei Vorträge, eine Lesung, einen kabarettistischen Abend, eine Exkursion und sieben Konzerte.
Herzstück des Verlages von Johann Friedrich Cotta war der „Klassikerverlag“ mit den Werken Goethes und Schillers. Zudem verlegte er mehr als 60 Zeitungen und Zeitschriften und betrieb einen Kunst- und Landkartenverlag. Mit großzügigen Honoraren und zukunftsweisenden Verträgen war er ein Vorkämpfer der Autorenrechte.
Weiter geht’s im Programm 2016 der Goethe-Gesellschaft mit einem Konzertabend. Das Ensemble Isara aus Müchen präsentiert am Dienstag, 26. Januar, in der Aula des Gymnasiums Werke von Mel Bonis, César Franck, Robert Schumann und Frédéric Duvernoy. Die Ausführenden sind: Maximilian Randlinger (Flöte), Marlene Pschorr (Horn) und Georg Michael Grau (Klavier).
Die Goethe-Gesellschaft Nordenham freut sich nach den Worten des 1. Vorsitzenden Dr. Burkhard Leimbach und des 2. Vorsitzenden Stefan Tönjes, wieder eine bunte Programm-Mischung anbieten zu können. Die Resonanz sei seit Jahren „gleichbleibend ordentlich“.
Im vergangenen Jahr zählten die Vortrags- und Literatur-Veranstaltungen jeweils durchschnittlich 60 Besucher und die Musikdarbietungen jeweils mehr als 80 Besucher. „In den letzten drei Jahren hatten wir keinen Flopp dabei“, freut sich Burkhard Leimbach. Allerdings sei die Goethe-Gesellschaft häufiger auch von Kulturveranstaltern darauf angesprochen worden, sie nehme für Gäste Dumping-Eintrittspreise. Sogar von „Witzpreisen“ sei gesprochen worden. Die Eintrittspreise stünden in einem krassen Ungleichgewicht zur dargebotenen Qualität.
Daher hat die Goethe-Gesellschaft die Eintrittspreis für Gäste deutlich erhöht – „auf Nordenhamer Normalniveau“, so Burkhard Leimbach und Stefan Tönjes.
12 statt 6 Euro
Für Vortrags- und Literaturveranstaltungen zahlen Gäste jetzt 12 statt 6 Euro. Bei Konzerten erhöht sich ihr Eintrittspreis um 6 Euro.
Mitglieder haben weiterhin freien Eintritt bei Literaturveranstaltungen und ein Anrecht auf ermäßigten Eintritt bei Musikveranstaltungen sowie freien Eintritt im letzten Konzert des Jahres. Der Jahresmitgliederbeitrag bleibt unverändert bei 30 Euro.
Dadurch steigt zugleich der finanzielle Anreiz, Mitglied zu werden. Die Nordenhamer Goethe-Gesellschaft hat rund 330 Mitglieder und ist die zweitgrößte in Deutschland.
„Das ist keine Maßnahme, um großes Geld zu machen“, betont Burkhard Leimbach. Denn die Zahl der Nicht-Mitglieder bei Veranstaltungen sei relativ gering. Die Mehreinnahmen aus dem erhöhten Eintritt würden ausschließlich ins Programms fließen.
