NARTUM - Mit den neun Romanen der „Deutschen Chronik“, dem Werk „Letzte Grüße“, dem Flüchtlingsbuch „Alles umsonst“ oder dem Kriegstagebuch „Das Echolot“ hat sich Walter Kempowski einen großen Namen gemacht. Dies wurde gestern in vielen Reaktionen deutlich.

Bundespräsident Horst Köhler hat der Witwe sein Beileid ausgesprochen. „Mit Walter Kempowski hat Deutschland einen seiner bedeutendsten Schriftsteller verloren“, betonte Köhler. Er sei ein „Volksdichter im besten Sinne des Wortes“ gewesen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reagierte mit „großer Betroffenheit“. Nach den Worten von Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) verliere Niedersachen einen der wichtigsten Autoren. Seine Heimatstadt Rostock reagierte mit Bestürzung. Aus der Uni Oldenburg verlautete, man trauere um Kempowski, der sich in elf Jahren (1980 bis 1991) in Seminaren in Nartum, aber auch in Oldenburg um die didaktisch-literarische Lehrerausbildung kümmerte. Er war für Fragen der „Literaturproduktion“ zuständig..

Kempowski war vor einem Jahr an Darmkrebs erkrankt. Er hatte sich von der Krankheit nicht unterkriegen lassen. „Kempowski ist zwar alt, aber er ist immer noch der Alte“, sagte er vor Monaten. Auf den Tod war er vorbereitet. „Ich bin 78, und es wird Zeit, sich zu verabschieden. Ich habe genug getan, ich war 30 Jahre Pädagoge, habe 40 Bücher geschrieben, das reicht allmählich.“