Rasten auf der Reise nach Afrika
Zweimal jährlich
, im Frühjahr und Herbst, prägen riesige Schwärme von Zugvögeln den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Bei Niedrigwasser suchen sie im Watt Nahrung, bei Hochwasser rasten sie auf Salzwiesen und Stränden.Das Wattenmeer
ist für sie Tankstelle und Rastplatz auf ihrem Zug von der hohen Arktis, wo sie brüten, nach Afrika, wo sie überwintern. Ihr Überleben hängt entscheidend davon ab, ob sie im Wattenmeer Nahrungs- und Rastplätze finden.Zugvögel
haben einen großen Anteil daran, dass das Wattenmeer von der Unesco als Weltnaturerbe anerkannt worden ist.Erstmals finden die Zugvogeltage statt. Das Nationalparkhaus bietet einen Vortrag und zwei Wanderungen an.
Fedderwardersiel/bi Der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer veranstaltet zum ersten Mal Zugvogeltage. Sie finden vom 10. bis 18. Oktober statt. Auch das Nationalparkhaus Museum Butjadingen beteiligt sich an der Veranstaltungsreihe.
Ein Höhepunkt ist der Vortrag des Gänseforschers Dr. Peter Kruckenberg am Mittwoch, 14. Oktober. Ab 19.30 Uhr spricht er unter dem Titel „Mit den arktischen Gänsen ins Brutgebiet und zurück“. Darin stellt der Verdener die Wildgänse als Langstreckenflieger vor. Auf Expeditionen nach Spitzbergen und in die russische Arktis hat er das Brutverhalten von Bless- und Weißwangengänsen erforscht und mit Hilfe von High-Tech-Sendern die Zugwege der Vögel erforscht.
Die meisten der hier überwinternden Gänse brüten in den Tundren Russlands, Sibiriens oder Skandinaviens weit nördlich des Polarkreises. Hier gibt es kaum Menschen, dafür aber massenhaft Nahrung. Doch längst nicht jedes Gänsepaar ist dort auch erfolgreich.
In dem Vortrag soll deutlich werden, welchen extremen Anforderungen die Wildgänse ausgesetzt sind, welche Gefahren auf dem Zug lauern und warum sie den Menschen nicht über den Kopf wachsen können.
Zum Programm der Zugvogeltage gehören auch zwei Deichwanderungen für die ganze Familie. Am Dienstag, 13. Oktober, ab 14 Uhr begleitet die Leiterin des Nationalparkhauses, Gabriele Speckels, die Gruppe, am Donnerstag, 15. Oktober, ab 15 Uhr übernehmen die Nationalpark-Gästeführerinnen Annegret Martens und Gisela Bargmann diese Aufgabe. Treffpunkt zur Zugvogel-Safari am Deich ist am Eckwarder Spieker, die Wanderung dauert jeweils zweieinhalb Stunden. Anmeldungen werden im Nationalparkhaus unter Telefon 04733/8517 angenommen.
Im Nationalparkhaus selbst können die Kinder am Mittwoch, 14. Oktober, ab 15 Uhr gemeinsam mit Renate Knauel auf die Suche gehen und durch ein Sammel- und Erkennungsspiel viel über die Zugvögel lernen.
