Jever - „Natur erleben – Natur bewahren“ – so lautet das Motto der Schlosskonzerte 2014 in Jever. Angelehnt sind die drei Kammerkonzerte und das Wandelkonzert zum Abschluss an die Sonderausstellung „Halbinsel der Seligen – Franz Radziwill in der Natur“, die dem späten Schaffen des Malers Radziwill (1895 bis 1983) gewidmet ist.

„Franz Radziwill ist ein Maler des 19. und 20. Jahrhunderts, deshalb wird in den Kammerkonzerten Musik aus dieser Zeit gespielt, um die Bilder der Ausstellung, die das Jahrhundert mit mahnendem, kritischem, oft aber auch liebevollen Blick darstellen, zu interpretieren und zu untermalen“, sagt Christl Ney, Organisatorin der Schlosskonzerte.

Radziwills Wissen um die Zerstörung der Natur durch den Menschen, sein Kampf gegen die Zerstörung, zeige sich in vielen seiner Bilder, deren visionäre Elemente erschrecken aber zugleich auch einen rücksichtsvollen Umgang mit der Natur anmahnen. „Die Auswahl der Musikgruppen und deren Musikauswahl verspricht eine Unterstreichung dessen, was Franz Radziwill in seinen Bildern ausdrücken wollte“, meint Christl Ney.

Weil die Schlosskonzerte jedes Jahr noch besser werden sollen, eine Steigerung aber kaum noch möglich sei, „müssen wir jedes Mal anders werden“. Deshalb freut sich Christl Ney besonders, dass sie zum Auftakt der Schlosskonzerte am 4. Juni das Theater der Altmark in Stendal mit einer konzertanten Aufführung von Patrick Süßkinds „Der Kontrabaß“ nach Jever holen konnte. Vier Kontrabassisten des Ensembles „Bassiona Amorosa“ spielen live zum Schauspiel von Alexander Netschajew – „das Schauspiel wird so zum Rahmen für ungewöhnliche und klangvolle Musik“, freut sich Christl Ney, die das Stück unter das Motto „Insel der Halbseligen“ gestellt hat.

In „Der Kontrabaß“ geht es um ein Inselparadies inmitten der Großstadt mit einem Protagonisten, der seine vermeintliche Seligkeit verliert.

Weiter geht es am 16. Juli mit dem Konzert „Vogelzug“ von Angela Dohmen und Klaus Wedel: Die beiden jeverschen Musiker haben sich von Franz Radziwills Engagement als Vogelschutzwart inspirieren lassen und spielen an Klavier und Querflöte Musik von Gabriel Fauré, Olivier Messiaen und anderen Komponisten. „Gerade in der friesischen Landschaft kann man Vogelschwärme gut beobachten – wir hoffen, die Vögel ganz im Sinne Radziwills hörbar werden zu lassen“, sagt Angela Dohmen.

Das „trio rot“ aus Köln spielt am 13. August unter dem Motto „Sie bleibe, diese Welt“: Zu Werken von Claude Debussy, Darius Milhaud und Jean Francaix liest Jörg Hustiak Texte von Claude Simon und Yves Bonnefoy.