Ganderkesee - Wenn der Ganderkeseer Landschaftsökologe Dr. Klaus Handke und Ehefrau Pia auf Reisen gehen, dann sind es häufig Flora und Fauna ihres Ziellandes, die sie gelockt haben. Im Falle von Usbekistan war das anders: Bei ihrem 14-tägigen Aufenthalt in der ehemaligen Sowjet-Republik haben die Ganderkeseer im Oktober letzten Jahres ihren Fokus auf Kultur und Architektur gerichtet.
Aus den Eindrücken und Hunderten von Fotos, die das Paar auf seiner rund 2000 Kilometer langen Tour durch das zu 90 Prozent von Muslimen bevölkerte Land in Zentralasien gesammelt hat, ist ein Vortrag entstanden, den Klaus Handke am Mittwoch, 9. März, ab 19.30 Uhr im Kulturhaus Müller, Ring 24, hält. Die Reise führte auf den Spuren der alten Seidenstraße nach Taschkent, Chiwa, Buchara, Samarkand, ins Fergana-Tal und an den Aralsee.
Besonders beeindruckt haben Handke die islamischen Sakralbauten, die zur Blütezeit Usbekistans im 14. und 15. Jahrhundert entstanden sind. Doch er berichtet auch von enormen Gegensätzen. So verfüge die Hauptstadt Taschkent, die viertgrößte Stadt der ehemaligen Sowjetunion, über ein riesiges Metronetz und sozialistische Prachtbauten, während Landstriche der Größe Niedersachsens komplett verlassen seien. Mehrere Nächte im außergewöhnlich frostigen Oktober 2015 verbrachte das Ehepaar in einer einfachen Jurte.
Wichtigster Wirtschaftszweig Usbekistans ist seit der Sowjetzeit der Baumwollanbau – mit dramatischen Folgen für die Natur. „Das ist der Ort mit der größten Umweltkatastrophe der Welt“, sagt Handke. Der Aralsee sei binnen weniger Jahrzehnte in weiten Teilen ausgetrocknet, weil alles Wasser für die Baumwollproduktion entnommen wurde.
Auch allerlei Kurioses wird Handke berichten. So habe er zu Beginn der Reise 400 Euro in die Landeswährung Som gewechselt – was zur Folge hatte, dass er sich fortan mit einer Umhängetasche voller Geldscheine fortbewegen musste. Gerade einmal 1,10 Euro sei die größte Banknote des Landes wert.
Obwohl das Land touristisch kaum erschlossen ist, fühle man sich in Usbekistan nie unsicher, erzählt Handke weiter. „Man ist immer unter Kontrolle.“ Für Individualtouristen sei das Land daher nur bedingt geeignet. Dafür verantwortlich macht er die Angst der Usbeken vor dem radikalen Islamismus. Der Eintritt zum Vortrag am 9. März kostet 7,50 Euro. Aufgrund der begrenzten Platzkapazitäten bittet die regioVHS um Anmeldung unter
