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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Denkmal: Urteil: „Judensau“ darf hängen bleiben

05.02.2020

Naumburg /Wittenberg Das mittelalterliche „Judensau“- Relief an der Außenfassade der Wittenberger Stadtkirche darf hängen bleiben. Das Oberlandesgericht Naumburg hat am Dienstag die Berufungsklage eines jüdischen Mannes zurückgewiesen, der eine Abnahme gefordert hatte, weil die Schmähplastik
Juden antisemitisch beleidige. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der 9. Zivilsenat ließ eine Revision vor dem Bundesgerichtshof zu, da die Sache grundsätzliche Bedeutung habe. Entsprechende Darstellungen finden sich noch an rund 30 evangelischen und katholischen Kirchen im deutsch geprägten Kulturraum.

Der Vorsitzende Richter Volker Buchloh erläuterte, der Straftatbestand der Beleidigung sei nicht erfüllt. Die Zurschaustellung der Plastik „verletzt nicht die Ehre der Juden“, da das Relief aus dem 13. Jahrhundert inzwischen in ein Gedenkensemble „mit anderem Sinn“ eingebettet sei. „Wer das Relief betrachtet, kann das Mahnmal und die Informationstafel, die die beklagte Stadtkirchengemeinde 1988 angebracht hat, nicht übersehen.“ Der Informationstext bringe „unmissverständlich“ zum Ausdruck, dass sich die Kirchengemeinde vom verhöhnenden und beleidigenden Charakter der Plastik und der Missachtung von Juden ausdrücklich distanziere.

Der Richter ergänzte, dass das Relief isoliert betrachtet einen beleidigenden Inhalt habe. Die Einbettung in die kommentierende Gedenkstätte nehme der Skulptur jedoch den beleidigenden Charakter. Das Urteil hatte sich bei der mündlichen Verhandlung am 21. Januar abgezeichnet. Das OLG folgte in seiner Argumentation der Entscheidung des Landgerichts Dessau-Roßlau, das am 24. Mai 2019 die Klage abgewiesen hatte. Kläger Michael Dietrich Düllmann ist Mitglied einer jüdischen Gemeinde in Deutschland.

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