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Aktionstag 60+ Von VHS bis zur Verkehrswacht

Marén bettmann

NEERSTEDT - „Wir sind zwar noch keine 60, aber wir gucken schon mal, was man im Alter alles machen.“ Reiner Nemecek (50) und seine Frau Inge (49) aus Aschenstedt denken vorausschauend, verdrängen die Gedanken darüber nicht, dass auch sie älter werden. Wie sie sich auch im Alter eine hohe Lebensqualität bewahren können, darüber informierte sich das Paar wie viele andere Interessierte auch am Sonntag auf dem Aktionstag 60 + in der Grundschule in Neerstedt.

Auf Initiative der Gemeinde Dötlingen präsentierten sich an diesem Tag, der um 10 Uhr mit einem Gottesdienst im angrenzenden evangelischen Gemeindehaus begann, rund 30 Einrichtungen, Praxen, Vereine und Verbände aus der Gemeinde, die Angebote der unterschiedlichsten Art für ältere Menschen bereit halten. Ergänzt wurde das Programm, das um 18 Uhr endete, mit Vorträgen und Aktionen. So bot zum Beispiel der Familienentlastende Dienst NORLE aus Dötlingen ein Gedächtnistraining an. Nackenübungen führte Yoga-Expertin Juliet Rasche aus Neerstedt vor und der Betreuungsverein Oldenburg-Land referierte über „Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung“ sowie „Betreuungsrecht“. Heilpraktikerin Martje Andringa nahm sich des Themas „Ernährung im Alter“ an.

Computerkurse beliebt

„Ran an den Computer!“, hieß bei er Volkshochschule Wildeshausen. „Kurse zum Thema Computer und Fotografie sind bei den Senioren sehr beliebt“, so die Erfahrung von Sabine Bischoff von der VHS. Ihr Kollege Manfred Huisinga schätzte jedoch, dass nur etwa zehn Prozent aller Kursteilnehmer über 60 seien. „Wir arbeiten daran, dass es mehr werden.“

Selbst vor so unangenehmen Themen wie Zahnersatz machte 60+ nicht halt. Der Dötlinger Zahnarzt Ulf Syderberg und der Zahntechniker Peter Töllner aus Oldenburg zeigten anhand von Modellgebissen, was von der klassischen Brücke bis zum modernen Implantat alles möglich ist, um Lebensfreude zu erhalten. Medizinisch ging es ebenfalls zu am Stand von Apothekerin Margret Müller, die über Bandagen, Stützstrümpfe und die Wechselwirkung von Medikamenten Auskunft gab. „Ein Mensch über 60 nimmt durchschnittlich fünf Medikamente am Tag“, so die Apothekerin. Da sei ein genauer Blick auf die Zusammensetzung notwendig.

Über ihre speziellen Angebote für Senioren informierten zudem Sport- und Schützenvereine, die ambulante Pflege der „Landdienste“ ,Verkehrswacht und Polizei, das Wohn- und Ferienhaus Neer­stedt, der Senioren-Arbeitskreis, die Senioren-Union sowie die Krankengymnastikpraxis Stefan Riep. Arbeiten der Kreativgruppe der Kirchengemeinde, ein Kuchenbüfett, ein Bratwurststand sowie ein Konzert der Feuerwehrblaskapelle Brettorf rundeten das Programm ab.

Dötlinger Modell

Darüber, dass sich für diesen Tag so viele Aussteller gefunden hatten, zeigte sich Dötlingens Bürgermeister Heino Pauka bei der Eröffnung angenehm überrascht: „Das ist weit mehr, als wir zunächst erwartet hatten.“ Anstoß dazu, so Pauka, habe die Projektgruppe gegeben, die sich mit dem demografischen Wandel in Dötlingen beschäftigt. Das vom Allgemeinmediziner Dr. Manfred Schwarz entwickelte „Dötlinger Modell“ zur medizinischen Versorgung der älter werdenden Bevölkerung, habe die Gemeindeverwaltung weiterentwickelt zum Projekt „Dötlinger Modell – Leben zu Hause, solange wie möglich“, für das es vom Kommunalverbund Niedersachsen/Bremen einen Preis gab (die

NWZ

  berichtete).

Die erfreuliche Resonanz auf den Aktionstag ließ für Michael Jaskulewicz, Geschäftsführer der Landdienste, nur einen Schluss zu: „So etwas sollte man öfter machen.“

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