NEERSTEDT - Ob der Nachbarschaftsabend am Freitag, die Feierstunde am Sonnabend oder der Festgottesdienst mit anschließendem Grillfest und Kaffeetafel am Sonntag: Auch nach 150 Jahren ist die Kapelle Neerstedt der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK), Bezirk Delmenhorst-Neerstedt, ein Treff- und Anlaufpunkt. Das langjährige Bestehen feierten nicht nur die Gemeindemitglieder, sondern auch Nachbarn und geladene Gäste.

„150 Jahre – das ist schon allerhand. Viele Menschen sind hier ein- und ausgegangen. Sie haben ihren Glauben gefeiert und sich dafür eingesetzt, dass die Kapelle auch heute noch Bestand hat“, sagte Pastor Rudi Grützke in seiner Begrüßung.

Als Vertreterin der Gemeinde Dötlingen und des Bürgermeisters erinnerte Ratsfrau Ute Ziemann daran, dass die damaligen Gründer und Erbauer der Kapelle 1859 ohne fremde Mittel in einer geschichtlich nicht leichten Zeit den Aufbau wagten, und auch ja zu ihrem Glauben sagten. Dieses habe sich bis heute fortgesetzt. Als Geschenk und Anerkennung hatte sie einen Scheck über 300 Euro dabei. „Zwei Euro für jedes Jahr. Das geben unsere Richtlinien so her.“

Pastor Manfred Rose erinnerte an die gute Zusammenarbeit, aber auch daran, dass er selber viele Gesichter kenne, stamme er doch auch aus einer methodistischen Kirchengemeinde. „Zwischenzeitlich schrumpfte die Gemeinde hier im Hinblick auf die Mitgliederzahlen, aber das ist heute nicht mehr Thema. Die Menschen haben hier wieder ihre geistliche Heimat gefunden“, betonte Rose. Er erinnerte an viele Angebote, wie die Sonntagsschule oder das monatliche Seniorentreffen. Dinge, die über die Jahre Bestand gehabt haben, bei allem Auf und Ab und politischen sowie sozialen Verwirrungen. „Ich hoffe, dass sie für die Zukunft Menschen und zeitgemäße Formen finden, die Kapelle und die Kirchengemeinde weiter zu führen.“ Rose überreichte als Geschenk das „Dötlinger Dorfbuch“. Mit dem Hinweis: „Ihre Kapelle kommt darin noch nicht vor . . .“

Superintendent Uwe Onnen erwähnte, dass die Kapelle auch ein Stück seiner Jugend sei. Er erinnere sich noch sehr gut an verschiedene Freizeiten. Wichtig aber sei für ihn, dass die Kapelle ein Ort ist, um sich zu seinem Glauben zu bekennen.

Der Auftritt der Musiker des Bläserkreises der EmK unter Lothar Schütte gehörte ebenso zum Programm, wie ein „Gespräch am Küchentisch“. Das Stück zeigte Episoden aus der Vergangenheit. Mit ihren Döntjes brachten Siegfried Rensberg, Waltraud Martens, Erich und Helene Egbers, Gunda Henning und Wilma Egbers sowie Überraschungsgäste Vergessenes in Erinnerung.

Eine weitere Spielszene spielte vor 150 Jahren, als der Musiker Ernst Gebhard zur Einweihung der Kapelle nach Neerstedt in Begleitung einiger Zöglinge kam. Dargestellt wurde das Ganze durch Gerold und Ingeburg Lüschen, Hartmut und Brigitte Hedemann, Harald und Dorle Robbe sowie Stephan Martens und Rudi Grützke.