NEERSTEDT - Seit Mitte März ist es ruhig geworden auf der Neerstedter Bühne: Die Saison 2008/2009 ist vorbei. Doch hinter den Kulissen bastelt der kleine, rührige Theaterverein in der vorstellungsfreien Zeit bereits an einem ganz speziellen Programm für die nächste Spielzeit: einem Jubelwochenende. In diesem Jahr besteht der Verein nämlich 20 Jahre. Zwei Jahrzehnte ehrenamtlicher Einsatz für den Betrieb des einzigen Theaters im Landkreis Oldenburg: Dieser runde Geburtstag wird am 17./18. Oktober im Theatergebäude am Denkmalsweg gewürdigt, wie der Vorsitzende Erhard Hofemann der NWZ berichtete.
60 Mitglieder
Mit rund 60 Personen ist die Zahl der Mitglieder im Verein Neerstedter Bühne seit langen Jahren ziemlich stabil. Rund ein Drittel der Frauen und Männer kommt aus der Gemeinde Dötlingen, die anderen aus dem Landkreis Oldenburg und umzu, so der Stadt Delmenhorst. Rund ein Dutzend Aktive sorgen dafür, dass alljährlich der Spielbetrieb von Oktober/November bis in den März problemlos über die Bühne geht. Alle sind ehrenamtlich tätig, wie Hofemann betont. Beim Kuchenangebot kann der Verein auf die Neerstedter vertrauen: Ein fester Kreis von Frauen backt regelmäßig, damit der Verein die Gäste auch verköstigen kann. Meike Stolle organisiert diesen Bereich.
Viele Eigenleistungen
Der Verein ist dank dieses unentgeltlichen Einsatzes seiner Mitglieder finanziell gesund. Schon bei der Wiederinstandsetzung der Bühne Ende der achtziger Jahre übernahmen die Theaterfreunde viele Arbeiten selber. So ist es geblieben: In eigener Regie ist immer wieder modernisiert und saniert worden. Dazu gehören auch die Räume, die das Publikum nicht sieht, wie die Technik oder die Garderobe- und Schminkräume im Keller.
In diesem Jahr steht die Überlegung im Raum, rund 13 000 Euro in Beleuchtung und Beschallung zu investieren. „Das würden wir hinbekommen, wir haben sparsam gewirtschaftet“, so Hofemann. Endgültig entscheidet die Generalversammlung Ende Mai.
Pflege des Plattdeutschen
Das programmatische Konzept ist seit 1989 unverändert. Die Bühne versteht sich als Podium für die plattdeutsch spielenden Speelkoppels der Region. Daneben gibt es feste Größen wie die Gastspiele der Hamburger Weberknecht-Bühne oder den Kabarettabend zum Frauentag. Eine Gruppe fehlt aber im Jubiläumsjahr, bedauert Hofemann: das Tanztheater Hexenbesen. Mit ihren fantasievollen Aufführungen in der Adventszeit hatte Maike Hörn-Körner von Beginn an das Dezember-Programm bestimmt und ihm Profil gegeben. „Ganz schade“, findet der Vorsitzende, dass dieser Zuschauermagnet jetzt entfallen ist. Zurzeit arbeitet die Gruppe „Dörknallt Platt“ an einem plattdeutschen Weihnachtsmusical (die NWZ berichtete) als möglichen Nachfolge für die Adventszeit.
Am bisherigen Konzept soll auch künftig festgehalten werden, so Hofemann. „Schuster, bleib bei deinen Leisten“, erinnert er an fehlgeschlagene Versuche wie Big-Band-Auftritte oder das Engagement teurer Künstler. Höhere Eintrittspreise als die gewohnten sind in der Bühne offenkundig nicht zu erzielen.
Charme der Bühne
„Wir geben vielen, besonders älteren Menschen die Möglichkeit zu einem Theaterbesuch“, so der Vorsitzende über das Erfolgsrezept. Die vielen „Kleinigkeiten“ machten den Charme des Theaters aus. Auch die Speelkoppels würden das Theater schätzen „und kommen gerne zu uns“.
Empfang zum 20-jährigen bestehen im Oktober
