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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Nette Geste im Moment des Triumphs

22.06.2015

Berlin Als Sebastian Schipper den Deutschen Filmpreis für die beste Regie entgegennahm, sagte er, dass er diese „Lola“ allen übergangenen und enttäuschten Regisseuren widme. Mit ihm waren Johannes Naber („Zeit der Kannibalen“), Dominik Graf („Die geliebten Schwestern“) und Edward Berger („Jack“) nominiert. Es war eine nette Geste des in Oldenburg aufgewachsenen Regisseurs. Denn zu diesem Zeitpunkt hatte Schippers Film „Victoria“ schon die dritte Statue errungen.

„Victoria“ machte den Durchmarsch in Berlin, wie vor zwei Jahren der Film „Oh Boy“, der 2012 beim Oldenburger Filmfestival als bester Film ausgezeichnet worden war. Sechs „Lolas“ hat „Victoria“ errungen (von sieben Nominierungen), darunter die „Goldene Lola“ für den besten Film. Die beiden Hauptdarsteller, Laia Costa und Frederick Lau, durften sich ebenso über eine „Lola“ freuen wie der Kameramann Sturla Brandt Groylen, für den die zweieinhalb Stunden Dreharbeiten ziemliche Knochenarbeit gewesen sein müssen. Die Geschichte aus dem nächtlichen Berlin, die sich vom Herumdriften zu einem Banküberfall steigert, wurde in einer einzigen Einstellung gedreht, ein wahnwitziges Unterfangen.

„Victoria“ war von Anfang an der Favorit bei der 65. Verleihung der Deutschen Filmpreise. Und wenn ein Film sechs von 18 zu verteilenden „Lolas“ gewinnt, suggeriert das, dass dieser Film das herausragende künstlerische Filmereignis der vergangenen zwölf Monate in Deutschland war – was nur bedingt stimmt. Der zweite Abräumer des Abends mit drei „Lolas“ – allerdings nur in den technischen Kategorien Schnitt, Szenenbild und Kostümbild – war „Who am I – kein System ist Sicher“, ein Hackerthriller und gut gemachter Genrefilm.

Die etwas schwergängigen Filme hatten keine Chance an diesem Abend: Giulio Ricciarellis „Im Labyrinth des Schweigens“, der die Vorgeschichte des ersten Frankfurter Auschwitz-Prozesses rekonstruiert, war viermal nominiert – und hat doch nichts gewonnen.

Noch schlechter erging es „Elser“, Oliver Hirschbiegels Film um den Mann, der Hitler töten wollte: Siebenmal ging er ins Rennen, siebenmal ging er leer aus.

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