Hannover - Niedersachsen will die rund 700 Museen im Land stärker darin unterstützen, die Herkunft (Provenienz) ihrer Kunstwerke und Kulturgüter im Hinblick auf NS-Raubkunst zu erforschen. Dazu hat das Land ein Netzwerk für Provenienzforschung eingerichtet und als erstes Bundesland eine Schnittstelle zum Deutschen Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg geschaffen, wie das Ministerium für Wissenschaft und Kultur am Donnerstag mitteilte. Die rund 30 Gründungsmitglieder – Landesmuseen, kommunale Museen und Museen in privater Trägerschaft – kamen jetzt zu einem ersten Austausch zusammen.

„Wir ermutigen gerade auch mittlere und kleine Museen, Recherchen über die Herkunft ihrer Kunstwerke aufzunehmen“, sagte Kulturministerin Gabriele Heinen-Kljajićc. Das Netzwerk stehe allen Museen offen und werde die Aufarbeitung des nationalsozialistischen Kunstraubs weiter voranbringen.

Ziel ist es, Hilfe bei der Recherche und bei der Beantragung von Projektförderung anzubieten. Zu den Aufgaben des Netzwerkes gehört es auch, die niedersächsischen Vorhaben mit der Arbeit des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste zu verzahnen.