Dötlingen - Strömende Besucherscharen, zufriedene Aussteller und „bestes Marktwetter“ – da legte sich Norbert Wessels für die Organisatoren schon mal weitgehend fest: Eine Wiederholung der Dötlinger Kunst-Werk-Tage im August 2014 sei „zu 99 Prozent sicher“. Gastronom Arnd Kläner legte gleich noch das letzte Pünktchen drauf: „Es ist 100-prozentig, es ist genial“, freute er sich über den großen Erfolg der zweiten Auflage am Wochenende auf dem Kläner-Hof in Dötlingen: „Ich wüsste nicht, was gegen das nächste Jahr spräche.“ Und: „Es passt. So etwas kann sich in Dötlingen etablieren.“
Für zwei Tage hatte sich das gesamt Areal des Kläner-Hofs samt Garten, gepflastertem Hof und ehemaligen Stallungen in einen großen Kunst- und Kunsthandwerkermarkt in urigem Ambiente verwandelt. An gut 40 Ständen konnte in Nützlichem und Schönem gestöbert, konnte gefragt und probiert werden. Ob Blick ins mobile Saunafass, Probesitzen auf Stühlen aus der Holzmanufaktur, Schnuppern an Aromen in der Duftmanufaktur und in der Seifensiederei oder Anprobieren wollener Walkloden-Kleidung und handgefertigten Schmucks: Überall herrschte Andrang. Zur Freude etwa von Anbieterin Katrin Walter-Obiegly: „Es ist ein aufgeschlossenes Publikum, ich finde das Ambiente toll – und ein bisschen umgesetzt habe ich auch“, zog sie ein gut gelauntes Resümee ihrer ersten Teilnahme und gab damit das verbreitete Stimmungsbild wieder. Erstmals dabei war auch die Dötlinger „Schmuckerin“ Sabine Müller mit Lederschmuck, den sie vor Ort anpasste und nach individuellen Wünschen zu Ende gestaltete, etwa mit wählbaren Verschlüssen. Im Vorjahr war Müller noch als Besucherin gekommen: „Das wollte ich auch gerne mal mitmachen.“ Und ihr Fazit: „Es läuft super. Die Marktler gehen gut miteinander um, und das Interesse ist wunderbar.“
Das bekam ähnlich auch der Breddorfer Karl Turn zu spüren, der seine Schmiedearbeiten nicht nur feil bot, sondern sich auch bei der Bearbeitung des Eisens über die Schulter blicken ließ. Ob Zierstäbe für den Garten oder Feuerhaken: „Wenn ich was verkauft habe, mache ich es gleich nach.“
Zuschauen konnten die Besucher ebenso Susanne Wessels beim Hersteller eingefilzter Seifen („eine ganz alte Technik, um Seife bis zum letzten Rest aufzubrauchen“), Elke Jesse bei der Gestaltung ihrer erstaunlich lebensecht wirkenden Kunstkeramik-Vögel oder der Malerin Gabriele Wehle bei der Arbeit an ihrem Bild „Am Südpol“. Wie andere malende Aussteller auch, erhoffte sie sich auch längerfristige Effekte ihrer Teilnahme.
Ob sie alle 2014 wieder zu den Ausstellern gehören, ist offen. Auch weil Norbert Wessels, der Erfahrung mitbringt als Organisator eines Rasteder Kunsthandwerkermarkts, bewusst auf gewissen Wechsel setzt: Mindestens ein Drittel müsse neu sein. Auch die Möglichkeit der Ausweitung sei gering: Maximal seien in Dötlingen 50 Anbieter denkbar, um die besondere Marktgestaltung mit handverlesenen Ausstellern umzusetzen: „Ziel ist, ein bisschen Entschleunigung zu bringen.“ Am Wochenende gelang das: Gemütlich wurde gebummelt und geschaut.
