Hildesheim - Die Wiedereröffnung des Hildesheimer Doms wirft große Schatten voraus. Das Bistum plant eine Festwoche, die weit über die Stadt hinausstrahlen soll: Der Festgottesdienst am 15. August wird außer im Internet auch auf eine Großleinwand auf den Domhof übertragen, kündigte das Bistum am Donnerstag an.

Bischof Norbert Trelle wird mit dem Bischofsstab an die Bernwardstür schlagen, sie öffnen und dann in den Dom einziehen. Im Anschluss an den Gottesdienst steht das Gebäude bis in die Nacht hinein zur Besichtigung offen. Der Tag ende dann mit einem stimmungsvollen Nachtgebet.

Die Wiedereröffnung bildet zugleich den Auftakt des 1200-jährigen Bistumsjubiläums. In die Sanierung der romanischen Kathedrale flossen in den vergangenen fünf Jahren 35,6 Millionen Euro. Der Dom wurde an die ursprüngliche Architektur aus dem Mittelalter angepasst, unter anderem wurden die berühmten Bernwardstüren weiter nach innen versetzt und Anbauten aus der Nachkriegszeit entfernt. Zudem wurde der Fußboden um 40 Zentimeter auf das ursprüngliche Niveau abgesenkt.

Der zum Unesco-Weltkulturerbe zählende, rund 800 Jahre alte, Mariendom ist wegen Sanierungsarbeiten seit Anfang 2010 geschlossen. „Andere Kinder brauchen neun Monate bis zur Geburt, unseres viereinhalb Jahre. Aber dafür wird es umso größer und kräftiger“, sagte Koitz der als Domdechant Hausherr der Kathedrale ist. Die derzeit noch laufenden Maßnahmen umfassen die Gestaltung des Dominnenraums samt Technik sowie die Umgestaltung von Diözesanmuseum und Domhof. Von den Kosten in Höhe von 36,5 Millionen Euro trage das Bistum die Hälfte, die andere Hälfte werde durch Fördermittel des Bundes und des Landes sowie Sponsoren und Spender aufgebracht.

Zum Tag der Domeröffnung erwartet Hildesheim Tausende Gäste, wie Generalvikar Werner Schreer sagte. Neben zahlreichen Bischöfen werde auch mit Vertretern der Bundes- und der niedersächsischen Landesregierung, Spendern und Sponsoren der Sanierung gerechnet. An den darauffolgenden Tagen sind Gottesdienste, Andachten und Führungen geplant.

Eine Besonderheit gibt es am 17. August: Zeitgleich zu einer Messefeier im Dom wollen Bischof Trelle, die Weihbischöfe Nikolaus Schwerdtfeger und Hans-Günter Bongartz sowie Generalvikar Schreer „an die äußersten Enden des Bistums“ gehen und Gottesdienste in Cuxhaven, Hannoversch Münden, Helmstedt und Bückeburg halten – als Zeichen der Verbundenheit der rund 640 000 Katholiken von der Nordsee bis zum Harz im Bistum Hildesheim.

„Die großen Kunstwerke des Mittelalters erzählen davon, was Christen hoffen. Alle, die in den Dom eintreten, finden hier ein Dach für die Seele“, betont Bischof Norbert Trelle.