Kirchkimmen - Eine etwas andere „Shopping Mall“ wurde am Sonnabend in der „Galerie am Stall“ in Hude-Kirchkimmen eröffnet. „Die letzten fünf Tage habe ich ständig auf wetter.com geguckt und gehofft“, scherzte „Facilitymanager“ und Galerist Frank Ludwig Giesen, der sich freute, in Anwesenheit zahlreicher Kunstfreunde diese besondere Ausstellung auf ganz besondere Art eröffnen zu können. Denn bevor der Blick in die Galerie freigegeben wurde, wo bis zum 17. Mai das Thema „Konsum“ in Form einer installierten „Supermall“ aufgegriffen wird, stimmten die Künstler Piotr Rambowski und Thomas Putze ihr Publikum mit einer ironisch-witzigen Performance darauf ein.

Fliegende Späne, viel Schweiß und Farben gehörten dazu, als sie in Holzhose und mit der Säge das, was zuvor an anderer Stelle „downgecycelt“ worden war, im Akkord wieder „upcycelten“. Worum es dabei ging, wurde den meisten der gespannten Beobachter wohl erst durch die Erklärungen von Dr. Annett Reckert klar.

Nach London, Berlin, Tokio oder Dubai sei hier – vorbei an Kartoffeln und neben dem Schweinestall – für Kunstfreunde eine neue Destination hinzugekommen, begrüßte die Leiterin der städtischen Galerie Delmenhorst die Anwesenden. Mit den weißen OSB-Platten, die hier nun überall in verschiedenster Form zu finden seien, habe Jan Klostermann der Delmenhorster Galerie „Haus Coburg“ im vergangenen Herbst einen „Whitecube“ übergestülpt. Piotr Rambowski und Thomas Putze verliehen dem ausgedienten, schlichten Material hier ein Upgrading, bei dem alles wohldurchdacht sei. Ein riesiger Einkaufswagen mache beispielsweise das Verhältnis zum Konsum genauso klar, wie die an das Laufband einer Kasse erinnernde Installation direkt neben der Tür, hieß es.

Die Bühne, die Reckert und Galerist Giesen nutzten, war selbstverständlich auch aus den weißen Platten upgecycelt und sollte an diesem Tag auch noch musikalisch genutzt werden. Doch zuvor gab die Leiterin der Delmenhorster Galerie scherzhaft den Tipp – ganz im Sinne des Themas „Konsum“ – sich schnellstens für den Kauf eines der ausgestellten Werke zu entscheiden – denn sonst könne es durchaus sein, dass es schon bald in dieser Form nicht mehr existiere, da es von den Künstlern erneut umgestaltet wurde.

Mit einer eigenwilligen Jamsession ließen die beiden Künstler die Vernissage ausklingen. Während Thomas Putze in die Seiten seiner Gitarre griff, sang Piotr Rambowski unter der laufenden Dusche hinter dem auf der Bühne installierten Duschvorhang.