Atens - Veränderungsprozesse brauchen ihre Zeit. Das weiß auch Simone Klapproth. Die 52-Jährige ist seit dem 1. Mai die neue Leiterin im Kindergarten Atenser Butscher am Plaatweg. Die ehemalige Einrichtung der Arbeiterwohlfahrt befindet sich seit Anfang des Jahres in Trägerschaft der Stadt. Simone Klapproth hat sich vorgenommen, behutsam und vor allem gemeinsam mit ihren zwölf Mitarbeiterinnen den Kindergarten weiterzuentwickeln.
Simone Klapproth ist aus Goslar nach Nordenham gekommen. Dort hat sie bereits einen Kindergarten geleitet. Der Kontakt zur Stadt Nordenham kam über eine Jobbörse im Internet zustande. Simone Klapproth informierte sich zunächst auf der Homepage der Stadt Nordenham. Später schaute sie sich die Stadt und den Kindergarten an. „Ich hab alles auf mich wirken lassen. Und dann stand für mich fest: Es passt einfach.“
157 Kinder
Bei den Atenser Butschern trägt die Sozialfachwirtin Verantwortung für 157 Kinder. Es gibt fünf Kindergarten- und anderthalb Hortgruppen. Trägerwechsel und neue Leitung: „Das Haus ist in Umgestaltung“, sagt Simone Klapproth. Ganz besonderen Wert legt die 52-Jährige zunächst auf die Teamentwicklung. „Die Mitarbeiterinnen sind der Dreh- und Angelpunkt der Einrichtung. In Kombination mit dem neuen Träger machen sie die Atmosphäre des Hauses aus.“
Simone Klapproth freut sich auf die neuen Aufgaben. „Ich spüre eine große Motivation bei den Mitarbeiterinnen, sich den Veränderungsprozessen zu stellen.“ Und sie freut sich über die Unterstützung und die intensive Begleitung durch die Mitarbeiter in der Stadtverwaltung.
Ein Schwerpunkt in der Kindergartenarbeit ist für Simone Klapproth die „familienorientierte Zusammenarbeit“. Die neue Leiterin strebt eine gute Zusammenarbeit mit allen Eltern an. „Die Eltern müssen wissen, was bei uns passiert. Unsere Arbeit muss transparent sein. Und wir müssen eine Kultur schaffen, in der wir uns auf Augenhöhe mit den Eltern austauschen können.“ Dazu gehört nach Ansicht von Simone Klapproth auch eine Beschwerdekultur. Sie sei dankbar für Kritik, egal ob positiv oder negativ.
Als zweiten Schwerpunkt möchte Simone Klapproth die interkulturelle Arbeit intensivieren. Rund 30 Prozent der Jungen und Mädchen im Kindergarten sind nicht deutscher Herkunft. Die Vielfalt der Feste und Bräuche in den unterschiedlichen Kulturen soll Thema im Kindergarten sein. Warum essen Muslime kein Schweinefleisch? Was ist der Ramadan? Welche Bedeutung hat Weihnachten? „Wer sich mit solchen Fragen beschäftigt, wird auf die Gesellschaft vorbereitet“, sagt Simone Klapproth.
Fantasie wichtig
Die neue Leiterin hat einen Grundsatz für ihre Arbeit: „Fantasie ist wichtiger als Wissen.“ Und Fantasie hat die 52-Jährige. Sie kann sich vorstellen eine „tiergestützte Pädagogik“ einzuführen. Hunde mit entsprechender Ausbildung seien in der Lage, Kinder seelisch zu stärken. Als weitere Vision beschreibt Simone Klapproth die Idee eines Entspannungskindergartens. Bewegung sei eine Seite. Aber auch der Rückzug vom Stress und von der Hektik des Alltags hat für die Leiterin eine große Bedeutung. Massagen und Yoga im Kindergarten – auch das kann sie sich vorstellen.
Aber an erster Stelle steht für sie die Teamarbeit. Neue Ideen müssen gemeinsam mit den Kolleginnen entwickelt werden.
