NEUENBROK - NEUENBROK - Man muss sich schon etwas einfallen lassen, um die Leute zu interessieren, meint der alte und neue Vorsitzende des Neuenbroker Gemeindekirchenrates Jost Richter. Der 47-jährige Jurist hat sich etwas einfallen lassen und sämtliche Kandidaten am Sonnabend vor der Wahl noch einmal mobilisiert. Mit einem Stapel Flyern zogen sie von Haus zu Haus, klingelten an den Türen und redeten mit den Bewohnern. Die Botschaft: „Macht morgen von Eurem Wahlrecht Gebrauch!“ Und die Neuenbroker gingen wählen – 60,3 Prozent aller wahlberechtigten Gemeindemitglieder ab 16 Jahren waren am vergangenen Sonntag dabei. Damit hat der Ort Neuenbrok in ganz Niedersachsen unter tausenden von Kirchengemeinden die höchste Wahlbeteiligung eingefahren und auch traditionell stärker vom Glauben und der Kirche geprägte Landstriche auf die Plätze verwiesen. Dass die Flyer-Aktion solchen Erfolg zeitigte, findet auch Richter erstaunlich. Vor sechs Jahren, bei der letzten Kirchenratswahl, lag die
Beteiligung in Neuenbrok bei gerade mal 37,9 Prozent.
Pastor Hans-Werner Boltjes und Richter danken allen Gemeindemitgliedern, die gewählt haben. Sie werten die gute Beteiligung auch als Zeichen dafür, dass die Kirche in Neuenbrok noch einen hohen Stellenwert hat. Eine bodenständige Bevölkerung, wenig Zu- und Abwanderungen und kinderreiche Familien seien in dem Moorriemer Ort die Eckpfeiler eines aktiven Gemeindelebens.
