NEUENBURG -

Auch in Heimen kommt es zu Grenzüberschreitungen. Vom Missbrauch sind Kinder betroffen.

NEUENBURG/EPD - Die Kinder- und Jugendeinrichtungen in Niedersachsen wollen stärker als bisher den Missbrauch in ihren Einrichtungen bekämpfen. „In den Heimen kommt es immer wieder zu gewaltsamen, psychischen oder sexuellen Grenzüberschreitungen von Mitarbeitenden gegenüber den Kindern“, sagte Brigitte Wagner vom niedersächsischen Landesjugendamt gestern bei einer Diakonie-Fachtagung in Neuenburg. In den vergangenen zwei Jahren habe es nach einem Missbrauch in zehn Fällen Verurteilungen in den landesweit 480 Heimen gegeben, sagte Wagner. Doch die meisten Grenzüberschreitungen kämen nie an die Öffentlichkeit. Dazu zählten auch der Besitz von Kinderpornografie, Wegsperren oder Entzug von Taschengeld. Sie forderte in den Heimen unter den Kollegen eine Kultur des „Nichtwegsehens“. Die Beschäftigung von Pädophilen in der Jugendhilfe lasse sich nicht absolut vermeiden, räumte Wagner ein. Diese Menschen bauten eine hohe Beliebtheit auf und übernähmen unliebsame

Nachtdienste. Ein pädophiler Erzieher sei sogar Beauftragter gegen den sexuellen Missbrauch gewesen.