NEUENBURG - Vor 65 Jahren, am 30. November, 1943, haben Edith (geborene Bley) und Willy Coldewey in Neuenburg geheiratet. Und dort feiern sie auch morgen im engsten Familienkreis das seltene Fest der Eisernen Hochzeit. Mitten im Krieg also und daher in sehr schwierigen Zeiten, gaben sie sich vor den Standesbeamten aus Bockhorn im Wohnhaus der Familie in Neuenburg das Jawort. Gefeiert wurde im Atelier des Vaters von Edith Coldewey, des Malers Heinrich Bley. „Die Standesbeamten aus Bockhorn hatten sich förmlich aufgedrängt zu uns nach Neuenburg zu kommen“, erinnert sich Willy Coldewey schmunzelnd, „um uns und unserem Gefolge die Reise nach Bockhorn zu ersparen, wie sie sagten. Die wussten, dass es bei uns was zu essen gibt, und sie waren auch die letzten, die nach drei reichhaltigen Mahlzeiten nach Hause gingen.“

Schon seit der Schulzeit kannte Willy Coldewey „seine Edith“. Er mochte sie leiden, wie er sagt und habe sich gefreut, wenn er sie sah, sei es auf dem Sportplatz oder auch bei ihr zuhause. Dorthin brachten er und sein Freund Eicheln und Kastanien für das Vieh des Großvaters und besserten sich damit ihr Taschengeld auf.

Der Jubilar, der im Dezember seinen 94. Geburtstag feiern kann, wurde 1914 in Friesoythe geboren. Nach der Versetzung des Vaters und dem Umzug der Familie in die Friesische Wehde im Jahre 1927 wuchs Willy Coldewey in Neuenburg auf. 1939 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen und war auf verschiedenen Kriegsschauplätzen im Einsatz. Von 1950 bis 1960 war Willy Coldewey zunächst als Rechtspfleger in Aurich und Wilhelmshaven tätig. Anschließend wurde er an das Amtsgericht Varel versetzt, wo er als Rechtspfleger und Geschäftsleiter des Gerichts beschäftigt war. Seine Ehefrau Edith wurde 1922 in Neuenburg geboren. Nach der Schulzeit in Neuenburg und Wilhelmshaven war sie in der Farbengroßhandlung ihres Vaters tätig. In den Kriegsjahren war sie im Anschluss an den Arbeitsdienst auf verschiedenen Gütern im Memelland und in Hinterpommern beschäftigt, bis sie 1945 gen Westen flüchtete.

Beide Eheleute waren lange aktiv im Heimatverein Neuenburg sowie im Turnverein des Ortes und in beiden Vereinen sind sie Ehrenmitglieder. Willy Coldewey ist darüber hinaus Gründungsmitglied des Schützenvereins Neuenburg sowie des Kurvereins. Aus der Ehe der beiden Jubilare gingen zwei Töchter und ein Sohn hervor. Das Ehepaar hat außerdem fünf Enkelkinder und so zeigen sich die Eheleute zufrieden über die „intakte Familie ohne nennenswerte Streitigkeiten“, wie sie betonen. Dazu beigetragen hat sicherlich ihre Einstellung dem jeweiligen Partner gegenüber: „Sich gegenseitig achten ist wohl das Entscheidende.“ Und augenzwinkernd fügt Willy Coldewey hinzu: „Außerdem habe ich immer das gemacht, was meine Frau wollte. Das war wohl das Richtige.“

Drei Kinder und fünf Enkelkinder gratulieren den Coldeweys zum Ehrentag