NEUENBURG - „Wir wollten den Eisheiligen trotzen, und das haben wir geschafft“, so Pastor Christian Scheuer. „Dies ist der richtige Ort für die Feierlichkeit.“ Viele Ehrengäste und Besucher hat er am Himmelfahrtstag zum Festgottesdienst unter freiem Himmel – im Schlosshof zu Neuenburg – begrüßt, darunter aktuelle und ehemalige Pastoren und auch Mitglieder der polnischen Partnerkirchengemeinde Drogomysl. Nicht fehlen durfte vor allem aber die 150 Jahre alte Kirchengemeinde selbst – „eine alte Dame voller Erinnerungen“, so Scheuer – in Person gespielt von Gudrun Oeltjen-Hinrichs.
Diese Dame erzählte dann auch, „wie alles angefangen hat“, von den Anstrengungen, eine eigene Kirchengemeinde Neuenburg zu bilden, über die Konstituierung im April 1860 und ihre bewegte Geschichte bis in die heutige Zeit. Unterstützt wurde sie dabei von Pastorin Anja Schäfer, und die neuen Konfirmanden setzten einzelne Begebenheiten auf der Bühne in Szene. Musikalisch begleitete der Posaunenchor unter der Leitung von Lukas Buntkiel das Festgeschehen, und auch der Projektchor unter der Leitung von Gertrud Schedl und die Musikcombo traten auf.
Identität entwickeln
Auf die geistlichen und die formalen Inhalte der Kirche verwies Oberkirchenrat Olaf Grobleben in seinem Jubiläumsgruß. „Ein reiches Gemeindeleben braucht einen Ort, an dem sich seine Identität entwickelt“, sagte er, „das ist die Schlosskapelle.“ Er hat sie als „Haus der lebendigen Steine“ vor Augen, und auch dieses Haus braucht „einen Mittelpunkt, um den man sich versammelt, und einen Grund, der es trägt. Hier hat der Gottesdienst seinen Platz“, so Grobleben.
„Das Mauerwerk hat viel in sich aufgenommen“, meinte Scheuer. „Die Steine erzählen die Geschichte. Seit 150 Jahren gibt es unsere Gemeindekirche. Sie ist eine feste Burg, die der „alten Dame“ (der Kirchengemeinde) Platz und Raum bietet.“
Bundestagsabgeordnete Karin Evers-Meyer (SPD) ging in ihren Grußworten nach dem Gottesdienst auf die „lebendigen Steine“ ein. „Es sind viele Steine in der Kirchengemeinde Neuenburg, große und kleine. Die kleinen Steine halten die großen – so ist das in jeder Gemeinde. Ziel ist es, all diese Steine lebendig zu halten.“ MdB Hans-Werner Kammer (CDU) wünschte der Kirchengemeinde „alles Gute“, ebenso wie Detlef Osterthun vom Heimatverein Neuenburg, der seine Grußworte auf Plattdeutsch sprach.
Pfarrer Karol Macura aus Drogomysl im Süden Polens überreichte Scheuer zwei Bücher, darunter ein polnisches Gesangsbuch, das auch deutsche Lieder enthält, wie er betonte. Zwei seiner Landsleute, das Duo „Die Hoffnung“, wirkten musikalisch mit.
„Gottes reichen Segen“ wünschte Götz Strömsdörfer vom Kreiskirchenrat Friesland/Wilhelmshaven der Kirchengemeinde Neuenburg, und Pastor Harro Kawaletz aus Bockhorn gratulierte im Namen der Nachbargemeinden zum Jubiläum.
Suppe zum Aufwärmen
Im Anschluss empfing die Jugendbrassband der Kirchengemeinden Zetel und Neuenburg unter der Leitung von Alexander Potiyenko die Besucher bei der Rauchkate. Dort teilten die Johanniter Suppe aus, und auch heißer Tee wurde angeboten – den Eisheiligen zum Trotz.
