Neuenburg - „Für viele Künstler brach in der Corona-Krise eine Welt zusammen, weil sie nicht arbeiten konnten und keine Einnahmen hatten. Wir wollten die Kunstwoche aber nicht absagen, aus Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und den Künstlern.“ Das sagte Zetels Kulturkoordinator Iko Chmielewski, als er zusammen mit Wolfgang Andrée vom Kunstverein Die Bahner mit den Sponsoren über die Kunstwoche sprach. Sie ist eine der wenigen Veranstaltungen, die trotz Krise stattfinden.

Auf einen Blick

Die Kunstwoche findet im Corona-Jahr 2020 zunächst hinter verschlossenen Türen statt: Im Neuenburger Vereenshuus werden ab Montag, 22. Juni, fünf Künstlerinnen Werke zum Thema „Künstlerfilm“ erstellen. Es arbeiten Nanja Heid aus Bremen, Kerstin Gramberg aus Köln, Angelika Haak aus Bornheim, Rebecca Blöcher aus Hamburg und Lisa Haselbek aus Nürnberg an ganz unterschiedlichen Ansätzen.

Der Höhepunkt der Kunstwoche sind die Abschlusspräsentationen. Sie sollen am Samstag, 27. Juni, ab 17.30 Uhr, und am Sonntag, 28. Juni, ab 14.30 Uhr beim Vereenshuus Neuenburg an der Urwaldstraße 37 stattfinden. Die Veranstalter haben ein Hygienekonzept entwickelt, so dass die Besucher die Kunst trotz Corona genießen können.

Die Sponsoren sind in diesem Jahr besonders wichtig für die Neuenburger Kunstwoche, die am Montag, 22. Juni, startet, und am 27. und 28. Juni mit den Abschlusspräsentationen endet. Wolfgang Andrée, Vorsitzender des Kunstvereins, sagte beim Treffen mit den Sponsoren: „Wir sind sehr dankbar, dass Sie die Mittel in diesem Jahr wegen der Corona-Krise nicht zurückgezogen haben. Denn gerade in diesem Jahr sind uns die Kosten ein wenig davongelaufen.“ Das habe daran gelegen, dass die Mitmach-Aktion für die Schulklassen, die sonst bei der Kunstwoche stattfindet, in diesem Jahr in die digitale Welt verlegt wurde: Die Kunstpädagogen haben zwölf aufwendige Videos mit Anleitungen für alle Kinder gedreht, damit jeder mitmachen kann. Ein weiterer Kostenfaktor sei entstanden, weil die Künstler in diesem Jahr nicht wie sonst bei Bahner-Mitgliedern untergebracht werden können – die Corona-Regeln verbieten das. Deswegen mussten Hotelzimmer gebucht werden. „Eine private Spenderin, die nicht genannt werden will, hat diese Kosten übernommen. Dafür sind wir sehr dankbar.“

Unterstützt wird die 37. Neuenburger Kunstwoche außerdem von der Gertrud-und-Hellmuth-Barthel-Stiftung, deren Vertreterinnen Dorothee Evers und Franziska Scholl jetzt in Neuenburg waren, von der EWE-Stiftung (Stephanie Abke), von den Öffentlichen Versicherungen (Frank Janßen), vom Landkreis Friesland (Reiner Tammen) sowie der Gemeinde Zetel (Heiner Lauxtermann) und der Oldenburgischen Landschaft.

Reiner Tammen sagte beim Sponsoren-Treffen: „Toll, dass ihr durchgehalten und die Kunstwoche nicht abgesagt habt. Das zeigt, mit wie viel Herzblut ihr dabei seid und das ist wichtig. Denn leider bleibt das, was uns zu Menschen macht, in der Krise schnell auf der Strecke: die Kultur.“ Alle Sponsoren zeigten ihre Freude darüber, dass die Kunstwoche als eine der wenigen Veranstaltungen trotz Krise stattfindet – wenn auch unter besonderen Bedingungen. So werden die Künstler in der Woche überwiegend unter Ausschluss der Öffentlichkeit arbeiten und bei den Abschlusspräsentationen müssen die Veranstalter sicherstellen, dass die Abstandsregeln eingehalten werden können.

Sandra Binkenstein
Sandra Binkenstein Kanalmanagement