NEUENBURG - „Wir haben am Frühstückstisch erfahren, dass es eine Führung gibt“, antworteten Elke (47) und Michael (46) Romahn aus Hannover auf die Frage, wie sie denn zum Ortsrundgang durch das Urwalddorf Neuenburg kamen. Der „Senfpott“ in Neuenburg war jüngst Treffpunkt für acht Interessierte mit der ausgebildeten Reiseführerin Gisela Eilers (80).

Der erste Stopp war am Grundrissstein der ehemaligen Neuenburger Burg. Gisela Eilers berichtete über die Landschaft, und dass die Burg erst im 16. Jahrhundert zu einem Schloss wurde. Karin Waldmann (54) aus Neuenburg besuchte diese Führung, da „man nie auslernt“, wie sie sagte. So erfuhr sie, dass der letzte und politisch klügste Graf der Oldenburger Landesdynastie, Graf Anton Günther, 1615 die Durchdämmung bei Ellens vollendete. Im Alter von 83 Jahren starb er, und da seine Ehe mit der Prinzessin Sophie von Holstein kinderlos blieb, hatte Anton Günther den aus dem Hause Oldenburg stammenden König von Dänemark als Erben der Grafschaft Oldenburg bestimmt. Das Schloss Neuenburg diente seiner Gemahlin als Residenz und Witwensitz. Ab 1700 konnten Institutionen wie zum Beispiel das Landgericht die Landwirtschaftsschule oder die Landfrauenschule im Neuenburger Schloss beherbergt werden. Nach dem 2. Weltkrieg kam der Freistaat Oldenburg zu Niedersachsen. Das Schloss kommt jetzt, nach einem Umbau dem Heimatverein oder dem Kindergarten zu Gute. Auf dem ältesten Teil des Schlosses steht die Kapelle. Dort war vor der Renovierung eine Tafel mit den Namen der gefallenen Soldaten des Krieges, diese steht nun am Friedhof.

Der nächste Halt fand im Schlossgarten statt, ein weiterer erfolgte bei der Rauchkate. Sie diente den Bauern als Rauchhaus, gleichzeitig kamen dort Vieh und Mensch unter. Auf dem Gelände der Rauchkate veranstaltet der Gewerbeverein einen der ältesten Weihnachtsmärkte unserer Region, den sogenannten „Neeborger Wiehnachtsmarkt“. Die Vereine sind die Träger des Marktes. „Das Geld kommt und geht aus einem Topf. Damit wurden auch zum Beispiel die Flügel der Rüttlermühle, die Lichtstrahler am Schloss und vieles mehr bezahlt“, erläuterte Gisela Eilers. Weitere Stopps beispielsweise am ehemaligen Bahnhof in Neuenburg sowie am Dörpplatz schlossen sich an.

Einen weiteren Rundgang mit Gisela Eilers bietet der Kur- und Verkehrsverein Neuenburg am 24. August an. Anmeldung bei Gisela Eilers unter Telefon 04452/222.