Neuenburg - Mit einem grandiosen Auftritt begeisterte Lauren Francis am Samstagabend in der Rolle der Maria Callas ihr Publikum. Im Neuenburger Vereenshuus erfüllte sie mit ihrer Präsenz in diesem Ein-Personen-Theaterstück allein das ganze Theater.

In dem Stück geht es um die letzten Stunden der großen Diva, es spielt in ihrem Wohnzimmer. Das minimalistische Bühnenbild mit einem Klavier, einem Sessel und einem Tisch spiegelt ihre Einsamkeit.

Das Publikum sah am Samstagabend die Protagonistin, wie sie in Erinnerungen schwelgt, wichtige Stationen ihres Lebens durchgeht und sich in Halluzinationen verliert. Franz Garlik hat diese Inszenierung als Regisseur so gestaltet, dass die Zuschauer mit Maria Callas mitfühlen, sie verstehen, mit ihr die Zeit durchleben. Immer klarer wird dem Publikum die Diskrepanz zwischen dem Menschen Maria und der Ikone Callas. Die Erfolge der Callas machen Maria nicht glücklich – und das ist das Tragische an dieser Person.

„Lauren Francis spielt absolut glaubhaft und verleiht ihrer Figur eine Sympathie, die nur im Theater möglich ist. Es ist ein Erlebnis, sie in dieser Rolle zu sehen. Mit viel Charme und Tiefe offenbart sie eine Callas, die so menschlich ist und unter ihren Schicksalsschlägen leidet, dass man das Taschentuch garantiert benötigt“, berichtet Zetels Kulturkoordinator Iko Chmielewski. Bravourös sang sie bei ihrem Auftritt fünf große Callas-Arien. „Mit der nötigen Klasse einer echten Diva und mit der Leidenschaft einer Callas sind diese Arien ein wahrer Genuss, den man so selten zu hören bekommt.“

Nach der Vorstellung blieb das Publikum noch, um mit Francis und Garlik über das Stück zu sprechen. „Die Faszination und Berührung ließ sie nicht einfach nach Hause gehen. Ein wunderschöner Theaterabend, der in den Köpfen der Zuschauer sicher lange widerhallt.“