NEUENBURG - „Auch mit 78 Jahren bin ich noch gerne auf diesem Weihnachtsmarkt aktiv“, sagt Günter Zube und zieht eine Bratwurst vom Grill. „Seit Jahren kommen auch Bremer und Oldenburger zu uns, weil sie den Weihnachtsmarkt in Neuenburg so lieben.“ Für Günter Zube ist es vor allem das Ambiente zwischen Schloss und Rauchkate, das den Neeborger Wiehnachtsmarkt ausmacht. Dieses Einschätzung ist am Wochenende vielfach zu hören.

Präsente für vier Aktive

Die zweite Säule dieses Weihnachtsmarktes bringt Günther Möhlmann, der Vorsitzende des veranstaltenden Gewerbevereins Neuenburg, mit Freude zum Ausdruck. „Es sind die vielen Vereine und Gruppen mit ihren zahlreichen Ehrenamtlichen, die den Weihnachtsmarkt tragen.“ Und so dankt er mit Präsentkörben vier Personen, die seit rund 20 Jahren für den Gewerbeverein aktiv sind. Neben Günter Zube sind das Anneliese Lamping sowie Alfred „Acki“ Martens und Ruth Martens.

Die Vielfalt der rund 30 Vereine ist nicht nur im Angebot in den Holzhütten und Zelten zu beobachten, sondern auch an den von ihnen geschmückten Weihnachtsbäumen zwischen Schloss und Rauchkate, die sich die Besucher gerne anschauen und die im Dunkeln angestrahlt werden. Für Günther Möhlmann hat jeder Tannenbaum seinen eigenen Charme. Deshalb kürt der Gewerbeverein nicht die schönsten Bäume, sondern lost vier Vereine aus. Sie erhalten jeweils 75 Euro für Vereinskasse.

Auch Geraldine und Uwe Zwafelink aus Wilhelmshaven erfreuen an der weihnachtlichen Baumpracht. „Wir kommen seit Jahren hierher. Für uns ist der Neuenburger Weihnachtsmarkt einer der schönsten in der Region.“ Das bestätigt Theo Stirler aus Weener, der gerade mit Freunden Glühwein genießt. Im Vorjahr bin ich alleine mit meiner Frau gekommen. Diesmal sind wir mit zwei Paaren hier, und nächstes Jahr kommen wir mit einer größeren Gruppe.“

Wer sich nicht nur am Glühwein oder Kinderpunsch erwärmen will, geht zwischendurch in eine der Pfadfinder-Jurten, in die Rauchkate oder Friesenscheune und klönt dort mit Freunden und Bekannten. Der Neeborger Wiehnachtsmarkt ist nämlich gleichzeitig ein Dorffest der Neuenburger. Das begeistert auch Bürgermeister Heiner Lauxtermann. „Bei annähernd 500 Aktiven ist fast ein Viertel des Ortes am Weihnachtsmarkt beteiligt, der ein Highlight in der Gemeinde Zetel ist.“ Auch wenn der Markt im Laufe der Jahre gewachsen sei, habe er seinen Charakter immer bewahrt.

Und den bezeichnet Pfarrer Christian Scheuer als urig. Er lobt den Zusammenhalt der Neuenburger Gemeinschaft, der ihr auch in schwierigen Zeiten Kraft geben werde. Er freut sich darüber, dass bei diesem Markt der christliche Charakter des Weihnachtsfestes nicht vergessen wird und die Kirche ihren Teil mit einem Gottesdienst und mit Musikveranstaltungen dazu beitragen darf. Das Friedenslicht aus Betlehem tragen die Pfadfinder am Sonntagabend in die Schlosskapelle gebracht.

Viel Selbstgemachtes

Selbstverständlich gibt es auf diesem Weihnachtsmarkt neben viel Essen, Trinken und Unterhaltung auch Weihnachtsgeschenke zu kaufen. „Mit gefallen die vielen selbstgemachten Sachen“, meint Roswitha Frohne aus Steinhausen, als sie mit Erika Arnold aus Ruttelerfeld Waffeln mit heißen Kirchen isst. Auch im Schlosssaal bieten Hobbykünstler und Kunsthandwerker viel Abwechslung, darunter Schmuck, Seidentücher und Gemälde. Beliebt sind an den Buden auch selbstgemachte Kekse und Marmelade. Oder auch Knusperhäuschen, von den Marga Eilers und Magda Warnken vom Landfrauenverein Friesische Wehde allerlei hergestellt haben. Zwei Stunden dauert am Sonnabend ihre Schicht. Am Sonntag bummeln sie mit ihren Ehemänner und Verwandten über den Neeborger Wiehnachtsmarkt.

NWZ-Spezial: Informationen, Bilder und Videos zu den Weihnachtsmärkten im Oldenburger Land & Friesland