Friedrich-August-Hütte - „Die Altäre und Kanzeln von Ludwig Münstermann und die Orgeln von Arp Schnitger sind die tragenden Kulturgüter, welche die Wesermarsch noch heute vorzuweisen hat“, sagt Frank Klimmeck. Der Pfarrer im Ruhestand und Kunst- und Kulturmoderator aus Rodenkirchen fügt hinzu: „Und es sind keine nostalgischen Erinnerungsstücke. Sie stehen nicht im Museum, sondern gehören noch heute zu den Gottesdiensten in den Kirchen. Dabei erzählt Münstermann mit seiner Schnitzkunst eindrucksvoll die biblische Geschichte.“
Anke Claßen, Pastorin für den Pfarrbezirk Friedrich-August-Hütte der evangelischen Kirchengemeinde Blexen, bestätigt: „Münstermanns Werke erzählen zentral von Ostern, dem höchsten christlichen Fest. Sie zeigen den Sieg von Jesus Christus über Tod und Leid.“
In der Pauluskirche in FAH wird an diesem Sonntag, 18. September, eine Wanderausstellung eröffnet, die dieses historische Erbe sakraler Kunst und ihre gegenwärtige Präsenz in den Blickpunkt stellen soll – sowohl für die einheimische Bevölkerung als auch für Urlauber.
Die Ausstellung mit 25 Schautafeln trägt den Titel „Historische Kirchen in Marsch und Moor – in der Siellandschaft Wesermarsch im Land der Friesen“. Sie läuft in der Pauluskirche in FAH bis zum 16. Oktober und ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Es wird um eine Spende gebeten.
Zur Eröffnung an diesem Sonntag, 18. September, findet ab 10 Uhr in der Pauluskirche ein Gottesdienst statt.
Mit diesem Kunstprojekt werden alle sieben Münstermann-Altäre in der Wesermarsch (in den Kirchen in Schwei, Berne, Rodenkirchen, Eckwarden, Tossens, Langwarden und Blexen) sowie zwei in Friesland (in Hohenkirchen und Varel) durch großformatige Aufnahmen an einem Ort zusammengebracht. Erstmals können Interessierte durch diese Nebeneinanderstellung die Meisterwerke und ihre Ausprägungen direkt vergleichen.
Ergänzt werden die Abbildungen durch schriftliche Erläuterungen und zwei große Karten zur Entwicklung der Siel- und Kulturlandschaft.
Diese neue einzigartige Ausstellung ist laut Frank Klimmeck ein wichtiger Baustein zur Darstellung der gesamten Kulturgeschichte in Westfriesland, Ostfriesland, der Wesermarsch und im Land Wursten. Daran werde gearbeitet, um den Kulturtourismus in diesen Regionen zu fördern.
Spätestens im Januar 2017 soll eine Broschüre und eine „Entdeckerkarte“ herausgegeben werden.
Finanziell möglich machen die Ausstellung als Förderer die EWE-Stiftung, die Regionale Stiftung der Landessparkasse zu Oldenburg, der II. Oldenburgische Deichband, die evangelischen Kirchengemeinden in der Wesermarsch und die Hofmann-Stiftung.
Kulturmoderator Frank Klimmeck setzt darauf, dass viele Kirchengemeinden, Kommunen, Touristikverbände und Institutionen von dem Angebot Gebrauch machen werden, diese Wanderausstellung zu sich zu holen. Er hofft, dass sie auch auf Touristik-Messen gezeigt wird und auch dort den Kulturtourimus in der Region fördert.
