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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Neuer Film bringt viel Ärger zum Geburtstag

01.05.2017

Paris Mehr als 14 Millionen Zuschauer für „Asterix Mission Kleopatra“ allein in Frankreich, über 13 Millionen für „Die Besucher“ und mehr als 11 Millionen für „Monsieur Claude und seine Töchter“. Christian Clavier ist ein Kinostar. Doch sein neuer Film „A bras ouverts“, (etwa: Mit offenen Armen) handelt ihm und dem Regisseur Philippe de Chauveron bislang nur Ärger ein. Kritiker halten den Film für rassistisch.

Clavier, der an diesem Samstag (6. Mai) 65 Jahre alt wird, hätte seinen Geburtstag sicherlich gerne vor einem erfreulicheren Hintergrund gefeiert. „A bras ouverts“ kommt in Frankreich genau einen Tag vor seinem Geburtstag in die Kinos. Er erzählt die Geschichte eines linken Intellektuellen, der in einer Fernsehsendung die Reichen dazu aufruft, Notleidende bei sich aufzunehmen. Eines Abends steht eine Roma-Familie vor der Tür seiner prächtigen Villa. Er nimmt sie auf, doch sein Humanismus schwindet von Tag zu Tag.

„Rassismus in hohen Dosen“ schrieb „Le Monde“ nach der Pressevorstellung. Von einer demütigenden und traumatisierenden Darstellung der Roma sprach die Vereinigung „Die Stimme der Roma“. Clavier versteht den Ärger um den Film nicht. In einer Fernsehsendung kritisierte er die heutige Zeit, in der man nicht mehr über alles lachen darf. Unsere Gesellschaft sei in Sachen Humor weniger tolerant geworden, meinte er.

In 30 Jahren spielte der gebürtige Pariser in über 60 Filmen mit, vor allem in Komödien. Erstmals stand er als 15-Jähriger in einem Theaterstück von Michel Blanc auf der Bühne. Als die Zuschauer lachten, fand er das Echo und die Anerkennung zunächst etwas merkwürdig, aber auch angenehm. In einem Interview sagte er über diesen Auftritt: „Ich merkte, dass ich die Leute zum Lachen bringen konnte. Das fühlte sich gut an.“

Zusammen mit Michel Blanc und Thierry Lhermitte gründete er die legendäre Comedygruppe Le Splendid. Die Theatergruppe, zu der unter anderen Gerard Jugnot („Die Kinder des Monsieur Mathieu“) gehörte, feierte auch große Kinoerfolge, vor allem mit den „Les Bronzés“-Komödien, die der Regisseurs Patrice Leconte auf die Leinwand brachte. Sie wurden in Deutschland unter den Titeln „Die Strandflitzer“ und „Sonne, Sex und Schneegestöber“ bekannt. Seinen internationalen Durchbruch schaffte er mit „Die Besucher“, eine Zeitreisekomödie, in der er an der Seite von Jean Reno spielt.

Zweimal spielte er in den Verfilmungen von „Asterix“ den kleinen Gallier mit Flügelhelm. Ihm selber hat die Komödie weniger Spaß gemacht. In Verfilmungen von Comics fühle man sich nie sehr wohl, wie er in einem Interview meinte. Sie seien meist so dünn wie das Papier ihrer Vorlage. Außerdem sei Asterix keine sehr lustige Figur. Gelohnt hat sich der Film für ihn aber dennoch. Das Publikum war von Clavier begeistert. Und für ihn war es die Gelegenheit, an der Seite von Frankreichs Urgestein Gérard Dépardieu zu spielen.

„Vater werden ist doch schwer“, „Willkommen bei den Korsen“, „Nur eine Stunde Ruhe“: Die Liste der Komödien ist lang. Aber nicht nur im Film spielt Clavier gern die Ulknudel. Auch privat bringe er seine Mitmenschen zum Lachen, wie er sagte. Ansonsten hüllt er sich über sein Privatleben eher in Schweigen. Er ist der Sohn eines Chirurgen, brach sein Studium der Politikwissenschaft ab, um sich dem Theater zu widmen, und lebt seit mehr als vier Jahren in London.

Nicht aus Steuergründen, wie er dem französischen Radiosender Europe 1 sagte, sondern weil er genervt gewesen sei, weil man ihn in Frankreich wegen seiner Freundschaft zum damaligen rechtsbürgerlichen Präsidenten Nicolas Sarkozy angegriffen habe. Er habe nie etwas gegen Frankreich und die Franzosen gehabt, aber es habe eine Medienreaktion auf seine Freundschaft zu Sarkozy gegeben, die ziemlich verletzend gewesen sei.

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