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NWZonline.de Nachrichten Kultur

COMEDY: Neues aus dem Schwarzen Loch der Dämlichkeit

17.01.2009

CLOPPENBURG Einer musste es ja tun, wo es doch um die Rettung der Welt ging. Also hat Oliver Kalkofe einen Plan geschmiedet, wie er die Wirtschaft retten kann, und der geht so: „Kalkofe leerkaufen!“ Der 43-Jährige hat Kauf-DVDs mitgebracht und Kauf-CDs, Kauf-T-Shirts und Kauf-Bücher, und ja, er höchstselbst stellt sich fortan jeden Abend auf die Bühne. „Sie haben’s richtig gemacht“, lobt er die Leute in der Stadthalle, „Sie haben eine Eintrittskarte gekauft. Und Sie haben das für Ihr Land getan!“

Doch jetzt noch mal von vorn. „Guten Abend Cloppenburg!“, jubelt Oliver Kalkofe ins Mikrofon, „wie wunderbar, heute hier sein zu dürfen, in der schönsten Stadt Deutschlands, der Perle Niedersachsens, mit dem schönsten Publikum überhaupt“, kurze Pause, „naja, bis auf die ersten Reihen vielleicht.“ Die Leute lachen tüchtig, es hilft ja gegen die Finanzkrise, und später packt Kalkofe zur Freude des Publikums auch noch seinen „Onkel Hotte“ aus. Den kennt man vom Radio-ffn-„Frühstyxradio“, und er erzählt eine lustige Geschichte von seiner Mama, die so dick ist, dass sie eine eigene Postleitzahl braucht.

Das kann man mögen, mit Hottes Kraftausdrücken und all den dazugehörigen Rotz- und Furz-Geräuschen, muss man aber nicht. Lieben sollte man Kalkofe hingegen für seine Fernsehkritik. Immer wieder gräbt er Schätze aus dem deutschen TV-Alltag aus, zum Beispiel Ex-Model Kader Loth, die live im Fernsehen die Abkürzung „SPD“ übersetzen soll. „Äh“, überlegt sie und schlägt vor: „Sozial-Politische Union?“

Manches, zumeist Ausschnitte aus seiner TV-Sendung „Kalkofes Mattscheibe“, zeigt der gebürtige Hannoveraner als Einspieler auf großer Leinwand, anderes kommentiert er live – in drastischer Überzeichnung, um die Absurdität des Gesehenen zu verdeutlichen. Zum Höhepunkt gerät sein Kommentar zu „Uri Geller – Ufos und Aliens“: Pro 7 sendete dieses „Vakuum aus dem Schwarzen Loch der Dämlichkeit“ drei Stunden lang live, bemüht, „die schwierigsten Mysterien“ aufzuklären – nämlich jene, „die man aufklären muss, obwohl man gar nicht weiß, was man aufklären soll, weil ja gar nichts passiert ist.“

Am Ende der Show sendete Pro 7 das Ergebnis einer Umfrage: 93 Prozent der Zuschauer glauben demnach an Außerirdische. Für Kalkofe „ein Beweis dafür, das Fernsehen nicht doof machen muss – aber dass doofes Fernsehen die Doofen noch doofer macht“.

Nein, die Welt konnte Kalkofe in der nicht ganz vollen Stadthalle Cloppenburg nicht retten. Aber er hat sie ein bisschen fröhlicher gemacht.

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